Der Tourismus boomt wie nie. Mit über 13 Millionen Übernachtungen feierte Berlin 2004 einen historischen Rekord. Diese Bestmarke soll 2006 noch einmal klar übertroffen werden. Die Erwartungen sind berechtigt: Bereits am 10. April 2003 teilte das Hotel-Flaggschiff der Stadt, das Adlon, mit, dass Buchungsanfragen nur noch Platz auf der Warteliste haben, «da das Adlon schon ausgebucht ist». Diese Auskunft bekommen Anrufer aus der ganzen Welt längst auch von anderen Luxushäusern. Die Berlin Tourismus Marketing GmbH rechnet sicher damit, dass die mehr als 70 000 Hotelbetten voll belegt sein werden. Die Wirtschaft hat sich schon ausgerechnet, dass jeder WM-Gast zwischen 532 und 798 Euro in der Stadt lassen wird. Die Internationale Tourismusbörse wird in diesem Frühjahr schon stark im Zeichen der WM-Werbung stehen. Der Senat präsentiert Berlin in diesem Jahr bei der Expo in Japan komplett als kommende Fußball-Hauptstadt des Globus. Auch lokal ist das Geschäft längst angelaufen. Folgerichtig ist in Berlin von Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Organisationschef Beckenbauer schon im September 2004 der erste von rund 300 bundesweiten WM-Shops eröffnet worden. Auch auf allen anderen Ebenen wird mit Eifer und Begeisterung für die Fußball-WM gewerkelt. Die Bahn lässt seit Jahren fast rund um die Uhr arbeiten, damit der gigantische Hauptbahnhof/Lehrter Bahnhof als zentrale Drehscheibe 2006 den gesamten Zugverkehr bewältigen kann. Der U-Bahnhof Olympiastadion wird umgebaut. Die so genannte «Kanzler-U-Bahn», ein Abschnitt im Regierungsviertel, soll rechtzeitig fertig werden. Die geschäftige Stimmung soll zur WM in eine Dauer-Party münden. Zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor wird die Straße des 17. Juni im Sommer 2006 mehr als vier Wochen einzigartigen Feier-Meile ohne Polizeistunde. Wie sonst nur an Silvester sollen sich jeden Tag mehr als eine Million Menschen versammeln und vor mehreren Großleinwänden «König Fußball» huldigen. Das Olympiastadion ist für alle sechs WM-Spiele in Berlin sowieso ausverkauft.
 |