WM-Stadt Stuttgart: «Schaffen» im Hintergrund
Stuttgart (dpa) - 01.07.2005, 14:43 Uhr
Der 1863 gebaute Schlossplatzspringbrunnen vor dem Neuen Schloss in Stuttgart.
Stadion, Innenstadt, Infrastruktur: Mit der «Marktschreierei» vor dem Großereignis Fußball-Weltmeisterschaft tun sich die Schwaben noch schwer, doch im Hintergrund «schaffen» sie eifrig. Sechs Spiele richtet Stuttgart bei dem Mega-Event 2006 aus. Das Image der «Sportstadt» ist jedoch längst verblasst. Nostalgiker erinnern gerne an die furiose Leichtathletik-WM 1993, doch inzwischen konzentriert sich das Interesse in der baden-württembergischen Landeshauptstadt wieder ganz auf den Fußball-Bundesligisten des VfB. Das Debakel beim deutschen Kandidatenrennen um Olympia 2012 hat alle hoch fliegenden Pläne zunichte gemacht. Umso mehr setzt die 590 000-Einwohner-Stadt auf die Sogwirkung einer Fußball-WM. Nicht nur das Stadion wird modernisiert. So erhält die Königstraße, die Einkaufsmeile, ein neues Gesicht. Für 3,9 Millionen Euro soll ein Abschnitt bis zum Juni 2006 neue Granitplatten bekommen. Schließlich hofft auch der Einzelhandel, dass ein Stück vom großen Kuchen für sie abfällt.
So manche Touristikexperten sahen zuletzt die Zeit davonlaufen. Die Cityinitiative Stuttgart (Cis) hatte kritisiert, dass es weder ein Konzept noch einen Etat für ein Rahmenprogramm gebe. «Das ist ein unmöglicher Zustand», sagte City-Manager Hans H. Pfeifer und forderte eine Fünf-Millionen-Euro-Werbekampagne. Es geht um internationale Nächte, eine Großleinwand auf dem Schlossplatz und das Weindorf. «Für die Bedeutung der WM ist es zu wenig, wenn man nur das bündelt, was es sowieso gibt», kritisierte Pfeifer. «Stuttgart wird ebenso wie die anderen elf Städte, in denen die Fußball-WM ausgetragen wird, mit Festen und großen Veranstaltungen Gastlichkeit zelebrieren und auf Internationalität setzen», versprach inzwischen Klaus Lindemann, der Direktor der Stuttgart-Marketing GmbH. Zudem kündigte er an, im Jahr 2006 werde Stuttgart 2006 junge Leute zwischen 16 und 21 Jahren aus allen Erdteilen einladen. |