Besonders im Blickpunkt standen dabei zwei Rückkehrer, die zu Verlierern des Abends wurden: Hamann, erstmals seit Klinsmanns Amtsantritt wieder dabei, wirkte wie ein Fremdkörper und brachte keine Impulse. Abwehr-Routinier Wörns leistete unfreiwillig die Vorarbeit zum 0:1 und sah auch beim zweiten Tor schlecht aus. Bernd Schneider unterstrich mit seiner Leistung gegen Robben erneut, dass er auf der für ihn ungewohnten linken Abwehrseite überfordert ist. Ballack war im Mittelfeld stets bemüht, die Fäden in die Hand zu bekommen, erzielte aber erst im zweiten Spielabschnitt die erhoffte Wirkung. Der Kapitän stellte seine Torgefährlichkeit unter Beweis und erzielte sein 29. Länderspiel-Tor. Die Abwesenheit des Kölners Lukas Podolski konnten indes weder Klose noch Kevin Kuranyi nutzen, um für einen Stammplatz Werbung in eigener Sache zu betreiben. Die deutsche Mannschaft hatte sich auf dem Platz kaum orientiert, da lag sie bereits in Rückstand. Nach gerade einmal 2:47 Minuten nahm Robben eine zu kurz geratene Kopfball-Abwehr von Wörns auf und zirkelte den Ball aus 15 Metern in den Winkel. Danach kam das «Oranje»-Spiel erst richtig auf Touren, und die Deutschen sahen ihren Gegenspielern meist staunend hinterher. Nach einer Musterkombination mit Robben, der Schneider und Hamann stehen ließ, verpasste Ruud van Nistelrooy (15.) frei vor Kahn das sicher scheinende 2:0. Anschließend verhinderte die Latte bei einem Heber von Danny Landzaat (19.) den frühen K.o.-Schlag für die DFB-Elf. Auf der Gegenseite verlebte Edwin van der Sar, der vor der Partie für 100 Spiele im Tor der «Oranjes» ausgezeichnet wurde, einen geruhsamen Abend. Nach 30-minütiger Konfusion erkämpfte sich das DFB- Team zwar dank der Laufstärke von Ballack und Frings ein optisches Gleichgewicht, doch spielerisch konnte es den Niederländern zu keiner Phase das Wasser reichen. Dass es zur Pause nur 1:0 für die Gastgeber stand, hatten die «Klinsmänner» auch Dirk Kuijt zu verdanken, der seinen Kopfball (35.) unbedrängt neben das Tor setzte. Auf die schlechtesten 45 Minuten seiner Amtszeit reagierte Klinsmann mit den Einwechslungen von Asamoah und Sebastian Deisler. Doch zunächst gab es nach Wörns' Patzer einen weiteren Rückschlag. Der Dortmunder griff Robben nicht energisch genug an und der 21- Jährige vom FC Chelsea traf aus halblinker Position zum 2:0. Doch diesmal blieb die deutsche Mannschaft die Antwort nicht schuldig. Nach einem Eckball war Ballack trotz Behinderung zum Anschlusstor erfolgreich und hielt die Partie damit offen. Eine Energieleistung des eingewechselten Tim Borowski, der Asamoah das 2:2 auflegte, bescherte dem DFB-Team dann sogar noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich.
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