Drei Podolski-Tore gegen den Abwärtstrend
Bremen (dpa) - 07.09.2005, 22:44 Uhr
Lukas Podolski (m) wird von seinen Mannschaftskameraden beglückwünscht.
Mit dem ersten Dreierpack seiner Länderspiel-Karriere hat Lukas Podolski den Abwärtstrend der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gestoppt und Erinnerungen an die Torflut beim Confederations Cup geweckt. Der erstmals in dieser Saison von Beginn an spielende Kölner war beim 4:2 (1:1) gegen Südafrika in Bremen die überragende Figur im deutschen Team, das in der Offensive an alte Zeiten erinnerte, jedoch in der Defensive noch keine Fortschritte nachwies. Vor 28 100 Zuschauern im Weserstadion traf außer dem überragenden Lukas Podolski (12./48./55.) auch noch der Bremer Tim Borowski (47.) zu seinem ersten Länderspiel-Tor. Shaun Bartlett (26.-Foulelfmeter) und Benedict McCarthy (49.) bestraften Nachlässigkeiten der deutschen Abwehr erneut mit zwei Gegentoren. Das erste Heimspiel seit dem Confederations Cup brachte nach verkrampfter erster Halbzeit mit vielen Unsicherheiten die erhoffte Rückkehr des Spaßfußballs mit Toren fast im Minutentakt. Das war vor allem ein Verdienst von Podolski, der im Zusammenspiel mit seinem Lieblingspartner Bastian Schweinsteiger regelrecht aufblühte, seine Länderspiel-Treffer acht bis zehn markierte und Borowski das Tor zum 2:1 mustergültig auflegte. Besonders sehenswert war der Treffer des 20-jährigen Kölners zum 4:2, als er ein Zuspiel Schweinsteigers aus dem Stand verwertete. Bei seiner Auswechslung 13 Minuten vor Schluss wurde der Matchwinner mit Ovationen verabschiedet.
Bis zur Pause hatte sich die durch den Einbau von vier Youngstern radikal verjüngte deutsche Elf mit einem Durchschnittsalter von 24,1 Jahren allerdings vergeblich um Wiedergutmachung für die schwachen Auftritte in Rotterdam und Bratislava bemüht und ließ es in kritischen Situationen an Sicherheit und vor allem Reife fehlen. Der Mangel an Erfahrung wurde vor allem nach dem Ausgleich deutlich, als phasenweise jede Ordnung verloren ging. Die Abwehr, schon in der Slowakei die größte Problemzone im deutschen Spiel, bestand gleich ihre erste Prüfung nicht und wies auch in veränderter Zusammensetzung Lücken auf. Per Mertesacker verschuldete erneut einen Elfmeter und auch seine Nebenleute waren nicht immer im Bilde. Dabei hinterließ der Kölner Lukas Sinkiewicz, mit nur sieben Bundesliga-Einsätzen ins DFB-Trikot berufen, mit seiner ruhigen, abgeklärten Art noch den besten Eindruck. Der Gladbacher Marcell Jansen, ebenfalls zum ersten Mal in der Startelf, hatte vielversprechende Aktionen nach vorne, aber auch große Mängel in der Defensivarbeit. |