Wettskandal: Prozesstage bis Ende Januar geplant
Bochum (dpa) - 27.10.2010, 13:23 Uhr
Im größten Wettskandal des europäischen Fußballs hagelt es Anträge.
Der Prozess um den wohl größten Wettskandal im europäischen Fußball könnte sich bis Ende Januar 2011 hinziehen. Das Bochumer Landgericht hat den Verteidigern mitgeteilt, dass künftig jeweils mittwochs und donnerstags verhandelt werden soll, falls die Angeklagten nicht gestehen. Das wurde während des dritten Verhandlungstages bekannt. Die Verteidiger von zwei der vier Angeklagten hatten diese Planung allerdings sofort wieder zum Anlass für neue Befangenheitsanträge genommen. Als Begründung hieß es unter anderem, das Gericht wolle «Druck ausüben». Die neuen Befangenheitsanträge wurden aber bereits abgelehnt. Erstmals war auch die Ablösung des Staatsanwalts gefordert worden. Der Anklagevertreter soll einen der Angeklagten (32) in einer Prozesspause gefragt haben, wo er steuerlich veranlagt sei. Da die Anwälte in diesem Moment nicht anwesend waren, sehen sie den Grundsatz des fairen Verfahrens verletzt.
Über den Ablösungsantrag muss allerdings nicht das Gericht, sondern der leitende Oberstaatsanwalt entscheiden. Am Nachmittag sollten zwei der Angeklagten zu ihren Lebensläufen gehört werden. Die beiden anderen wollen im Prozess von ihrem Schweigerecht Gebrauch machen. Die vier Angeklagten sollen in die Manipulation von mehr als 30 Fußballspielen verwickelt sein. Die Wettgewinne sollen sich auf rund 1,6 Millionen Euro belaufen.
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