KSC droht Millionen-Minus - Pfiffe gegen Clubchef
Karlsruhe (dpa) - 20.09.2010, 21:53 Uhr
Peter Mayer blättert bei der Bilanzpressekonferenz des Karlsruher SC in der Bilanz des Vereins.
Fußball-Zweitligist Karlsruher SC droht in der laufenden Saison ein Millionen-Defizit. Nach Angaben des Verwaltungsrats-Vorsitzenden Peter Mayer fehlen dem KSC zurzeit 3,64 Millionen Euro, um einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können. Diese Zahlen gab der Verein am 20. September zunächst den Medien und dann seinen Mitgliedern auf der mit Spannung erwarteten Jahreshauptversammlung bekannt. Zu dieser Veranstaltung hatten einzelne Mitglieder Abwahlanträge gegen Präsident Paul Metzger sowie seine Stellvertreter Rolf Hauer und Arno Glesius eingereicht. Das Ergebnis blieb zunächst noch offen. Das Präsidium hatte in seinem Etatentwurf nur eine Deckungslücke von 624 000 Euro angegeben. Doch laut Mayer sind in dieser Planung Transfer- und Werbeeinnahmen eingerechnet, die der Verein noch gar nicht erzielt hat. «Daher hat es bisher noch keine Genehmigung des Haushalts gegeben», erklärte Mayer.
Trotz dieser Diskrepanzen zwischen Verwaltungsrat und Präsidium bemühte sich Mayer bei der Versammlung zunächst um einen versöhnlichen Ton. Er empfahl allen Mitgliedern, das Präsidium zu entlasten. Der Verein ist seit Monaten zwischen Metzger-Kritikern und Metzger-Unterstützern gespalten. Der 66-Jährige wurde bereits zu Beginn des Abends mehrfach ausgepfiffen. Auf der anderen Seite scheiterte ein Geldgeber des KSC mit dem Antrag, über die Abwahlanträge gegen die einzelnen Präsidiumsmitglieder gar nicht erst abzustimmen. Ein Mitglied schlug Metzger, Hauer und Glesius vor, zurückzutreten, «um dem KSC diese Zerreißprobe zu ersparen». Laut Mayer schloss der Verein die vergangene Spielzeit finanziell besser ab als erwartet. «Der tatsächliche Verlust der letzten Saison liegt bei 517 665 Euro», sagte er. Vor einem Jahr hatte der damalige Präsident Hubert Raase noch ein Minus von zwei Millionen in Aussicht gestellt. Mayer betonte, dass dieses Ergebnis vor allem der Risikovorsorge Raases und weniger der Arbeit der neuen Vereinsführung zu verdanken sei. «Es waren Rückstellungen von 2,7 Millionen Euro da, die wir zur Bewältigung von Haushaltslücken einsetzen konnten», sagte er. Für Mayer steht fest: «Wir haben eindeutig ein Einnahmeproblem.»
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