DFL beugt gegen Spielmanipulationen vor
Frankfurt/Main (dpa) - 02.09.2010, 14:22 Uhr
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert will ein Zeichen gegen Manipulation setzen.
Spielmanipulationen und Korruption will die Deutsche Fußball Liga (DFL) künftig mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog im Keim ersticken. Zusammen mit der Organisation Transparency International Deutschland hat der Dachverband der 36 Profivereine das Projekt «Transparenz und Integrität» gestartet. «Wir tun dies als erste Liga in Europa», sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bei einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main, betonte aber auch: «Wir tun dies aber nicht, weil die Liga besonders gefährdet wäre.» Noch nicht mit im Boot ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit seinen 6,7 Millionen Mitgliedern, er wurde aber von der DFL informiert. Transparency-Vorstandsmitglied Sylvia Schenk lobte: «Wir haben das Gefühl, bei der DFL ist richtig Power dahinter. Da kann eine Menge angestoßen werden, auch über den Sport hinaus.» Für ein Pilotprojekt soll ein Bundesliga-Club gewonnen werden.
Erst Anfang der Woche war der frühere Osnabrücker Profi Marcel Schuon im Wettskandal vom DFB für 33 Monate gesperrt worden. Seifert sieht bei Spielmanipulationen jedoch eher die unteren Klassen gefährdet: «Der normale Bundesliga-Profi dürfte ökonomisch nicht angreifbar sein.» Einen Bestechungsskandal wie in der spanischen Primera Division um Aufsteiger Hercules Alicante hält er in der deutschen Eliteliga nicht für möglich. Man sei aber angesichts eines Wettmarktes in China mit allein 50 Milliarden US-Dollar Umsatz (39,4 Milliarden Euro) pro Jahr nicht so blauäugig, zu glauben, dass es nicht zu Versuchen von Wettmanipulationen komme. «Wir müssen bei diesem Thema dieselbe Konsequenz an den Tag legen wie bei der Doping-Bekämpfung», forderte Seifert. |