2. Liga: Hertha und Bochum Favoriten
München (dpa) - 19.08.2010, 10:58 Uhr
Hertha-Maskottchen Herthinho begrüßt Markus Babbel (M).
Die Kiezkicker und die «Roten Teufel» sind nicht mehr dabei, aber auch ohne die Kultclubs FC St. Pauli und 1. FC Kaiserslautern dürfen sich die Fußballfans auf eine spannende Zweitliga-Saison freuen. Trainer Rico Schmitt von Aufsteiger FC Erzgebirge Aue spricht von der «vielleicht stärksten Liga Europas» und glaubt, dass sieben bis acht Mannschaften um den Aufstieg kämpfen. Top-Favoriten vor dem Start in die 37. Saison am Wochenende sind allerdings die Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin und VfL Bochum. Der Hauptstadt-Club mit Trainer Markus Babbel empfängt am Freitag Rot-Weiß Oberhausen, Bochum rundet den ersten Spieltag mit dem Montagsspiel gegen 1860 München ab. Das Fußball-Unterhaus ist in den vergangenen Jahren mit einem eigenen starken Profil aus dem Schatten von Liga eins getreten und hat sich mit Zuschauerzahlen über der Vier-Millionen-Marke herausgeputzt. Diesmal ist aber alles eine Nummer kleiner. Spieler mit klangvollen Namen sind Mangelware. In Bielefeld lässt Ex-Nationalspieler Oliver Neuville seine Karriere ausklingen, in Rob Friend präsentiert die Berliner Hertha mit 1,8 Millionen Ablöse den teuersten Neueinkauf. Berlins Nationalspieler Arne Friedrich wechselte für zwei Millionen Euro zum VfL Wolfsburg, auch Gojko Kacar (5,5 Mio.) spielt beim HSV weiter erstklassig.
Prominente Gesichter nehmen auf der Trainerbank oder in der Chefetage Platz. In Berlin soll der frühere Bayern-Profi Babbel die Hertha sofort wieder in die Bundesliga führen. Ex-Nationalspieler Christian Ziege startet in Bielefeld seine Trainerkarriere. Der Aufstieg sei für ihn kein Thema, so Ziege, «ich will eine vernünftige Saison ohne Ängste nach unten spielen». Die Arminen hatten die Zweitliga-Lizenz nur unter strengen Auflagen erhalten. In Duisburg kehrt «MSV-Legende» Bernard Dietz als Berater für Vorstand und Aufsichtsrat zurück. Auch den jüngsten Trainer im bezahlten Fußball hat die 2. Liga zu bieten. Der 34 Jahre alte Peter Hyballa soll den Aachener «Tivoli» wieder zu einer uneinnehmbaren Festung machen. «Wir wollen aggressiver und leidenschaftlicher spielen, dann ergibt sich alles andere von alleine», sagt Hyballa. |