KSC riskiert nach Drohung Bruch mit Sponsor EnBW
Karlsruhe (dpa) - 29.12.2004, 16:56 Uhr
Der Karlsruher SC will sich vom Hauptsponsor EnBW nicht reinreden lassen.
Der Karlsruher SC steht trotz eines im deutschen Profi-Fußball einmaligen Eklats wegen der massiven Einmischung eines Hauptsponsors weiter zu seinem neuen Trainer Reinhold Fanz. Der abstiegsbedrohte Zweitligist riskiert damit den Bruch mit seinem Hauptsponsor Energie Baden-Württemberg (EnBW), nachdem das Unternehmen die Verpflichtung von Fanz kritisiert und eine weitere Zusammenarbeit in Frage gestellt hatte. KSC-Präsident Hubert Raase stärkte Fanz in einer Presseerklärung den Rücken: «Menschlich und sportlich ist Reinhold Fanz der richtige Mann für uns. Wir stehen nach wie vor zu unserer Entscheidung.» «Ich wundere mich doch sehr, dass Pressemitteilungen in dieser Art öffentlich verschickt werden», sagte KSC-Sportdirektor Rolf Dohmen zur Erklärung des Sponsors vom Dienstagabend. Auch der KSC- Verwaltungsratschef Peter Mayer sieht dringenden Gesprächsbedarf. «Wir werden uns umgehend zusammensetzen müssen und diese Angelegenheit besprechen», forderte der Bankdirektor und stellte zugleich klar: «Die Trainerentscheidungen beim KSC trifft das Präsidium.»
Die EnBW hatte im Anschluss an die Trainervorstellung mit einer harschen Presseerklärung auf Fanz' Verpflichtung als Chefcoach reagiert. Die Konzernzentrale sprach dem 50-jährigen Mannheimer unter anderem «das sportliche und persönliche Format» ab, den Zweitligisten «nach vorne oder gar in die erste Liga zu bringen». Marketing-Chef Detlef Schmidt hatte sogar offen mit der Einstellung der finanziellen Unterstützung gedroht. Ohne die rund 800 000 Euro pro Saison wäre die Lizenzerteilung für die Karlsruher in akuter Gefahr. Den Nordbadenern würde der Fall ins Bodenlose drohen. Die EnBW legte in einer Stellungnahme noch einmal nach. Schmidt sehe sich durch die Verpflichtung von Fanz «überrumpelt und geradezu brüskiert», heißt es darin. Man habe erwartet, dass der KSC «den besten Mann holen würde, nicht möglicherweise den besten Freund des Sportdirektors aus alten Tagen». Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wollte die Vorgänge in Karlsruhe nicht kommentieren. «Das ist ein vereinsinterner Vorgang und eine Sache, die der KSC mit seinem Hauptsponsor ausmachen muss», sagte DFL-Sprecher Tom Bender der dpa. |