Asiens «Wayne Rooney» verspricht Tore, Tore, Tore
Bochum (dpa) - 20.07.2010, 19:41 Uhr
Jong Tae-Se präsentiert das Trikot seines neuen Arbeitgebers VfL Bochum.
Bei seinem ersten Auftritt fiel er noch durch asiatische Bescheidenheit auf, doch auf dem Platz will Asiens «Wayne Rooney» jegliche Zurückhaltung ablegen. Immerhin sorgte Stürmer Jong Tae-Se, der erste nordkoreanische Spieler im deutschen Profifußball, bei seiner Präsentation beim Fußball-Zweitligisten VfL Bochum schon für ein ungewohnt großes Medien-Interesse. «Normalerweise laufen unserer Pressekonferenzen in beschaulicheren Runden», sagte Bochums Sportvorstand Thomas Ernst schmunzelnd zu den mehr als einem Dutzend Journalisten. Jong Tae-Se kam bei tropischen Temperaturen im grauen Anzug, weißen Hemd, Krawatte und Lackschuhen. So adrett und faltenfrei seine Kleidung, so sachlich waren auch die meisten seiner Antworten. «Es ist ein Traum für mich in Europa zu spielen», sagte der 26-Jährige. Mit Bochum wolle er schnell aufsteigen und «viele Tore, Tore, Tore» schießen. Und für Nordkorea spielen zu dürfen, sei «eine große Ehre».
Spannender sind die Fragen zu seinem privaten Umfeld. Schließlich ist Jong Tae-Se Nationalspieler eines kommunistischen Landes, das sich von der Außenwelt abgekapselt hat. Doch über Nordkorea kann er nicht viel sagen. Er war erst fünfmal dort. Meistens für ein paar Tage. Denn der Sohn koreanischen Eltern wurde in Japan geboren und lebte nie woanders. Unter der Obhut einer Nordkorea nahe stehenden Organisation durchlief Jong Tae-Se in Japan alle Bildungseinrichtungen und nahm später freiwillig den nordkoreanische Pass an. «Ich fühle mich als Nordkoreaner», sagte er. Mit 22 Jahren erhielt er in Japan bei Kawasaki Frontale den ersten Profivertrag. Vier Jahre später unterschrieb der Stürmer einen Zweijahresvertrag beim VfL Bochum. |