Pleite für 1860 im Gerichtsstreit mit den Bayern
München (dpa) - 14.07.2010, 15:40 Uhr
Die Allianz-Arena in München leuchtet in den Farben Rot und Blau.
Der TSV 1860 München hat vor Gericht eine schwere Pleite erlitten. Im Rechtsstreit zwischen den «Löwen» und dem Bayern München um nicht vertragsgemäß bezahlte Bewirtungskosten in der Allianz Arena fällte das Landgericht München I ein folgenschweres Urteil gegen den Zweitligaclub. Die Sechziger müssen 542 344 Euro an die Stadion GmbH zahlen, dazu noch Zinsen und Gerichtskosten. Das verkündete Richterin Elisabeth Waitzinger. 1860 kündigte eine eingehende Beschäftigung mit dem Urteil an, um die Aussichten einer Berufung zu prüfen. «Alles, was an Scharlatanerei von der 1860-Geschäftsführung betrieben wurde, hat heute ein finales Ende gefunden», stellte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Urteil zufrieden fest, «die 'Löwen' haben den Prozess mit Pauken und Trompeten verloren». Der FC Bayern werde das Geld an den Catererer weiterleiten, so der Bayern-Chef, «und ich gehe davon aus, dass 1860 die Summe zurückgestellt hat».
Die Sechziger reagierten enttäuscht auf die richterliche Entscheidung. «Das Urteil ist für uns sehr bitter, denn wir hatten einen Befreiungsschlag erhofft» sagte Präsident Rainer Beeck. «Für uns bedeutet das zunächst, dass wir weiterhin mit knappen Mitteln daran arbeiten müssen, 1860 sukzessive wirtschaftlich und sportlich wieder nach vorne zu bringen.» Laut Geschäftsführer Manfred Stoffers sei man aus der Verantwortung für den TSV verpflichtet gewesen, «gegen die unerträglichen Vertragsbedingungen zu kämpfen. Egal, wer am Ende die Verantwortung für die desaströsen Mietbedingungen in der Allianz Arena trägt». Der TSV 1860 München hatte in der vergangenen Saison 542 344 Euro von den insgesamt rund 3 Millionen Euro für die Catering-Kosten in der Allianz-Arena einbehalten - der Verein wollte nur noch so viel zahlen, wie er auch wirklich verbrauchte. In den Verträgen mit der Stadion GmbH waren allerdings andere Kosten vereinbart. 1860 ist seit 2006 nur noch Mieter in der WM-Arena, der Traditionsclub verkaufte damals für elf Millionen Euro seine Anteile an den FC Bayern. |