Trotz Hertha-Abstieg: Jubel um Raffael und Babbel
Berlin (dpa) - 31.05.2010, 21:59 Uhr
Trainer Markus Babbel (l), Raffael und Geschäftsführer Michael Preetz (r) zeigen in Berlin glückliche Gesichter.
Die Mitglieder jubelten, als wäre Hertha BSC doch noch dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga entgangen: Ein starker Auftritt des neuen Trainers Markus Babbel, das Ja-Wort von Regisseur Raffael und die Verpflichtung seines Bruders Ronny sorgten bei 1188 Herthanern für neuen Mut. «Ich laufe nicht weg, wir steigen wieder auf. Ich liebe Hertha BSC», sagte Brasilianer Raffael auf Deutsch unter stürmischem Applaus. «Das ist ein ganz starkes Zeichen von einem Spieler wie Raffael, sich zu bekennen, dass wir durch dieses Tal wollen», sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz. Raffael unterschrieb bis 2014, sein im linken Mittelfeld spielender Bruder kommt von Sporting Lissabon und erhielt einen Kontrakt bis 2013. Ronny ist erster Neuzugang für die 2. Liga. Babbel versprach, alles für den Aufstieg zu geben, der ihm eine Verlängerung seines Einjahresvertrages bescheren würde. «Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir wieder aufsteigen. Die Qualität wird da sein, und wenn die Jungs kapieren, worauf es ankommt, werden wir die beste Mannschaft sein», sagte der ebenfalls mit großem Beifall empfangene Europameister von 1996.
Vor Raffael hatten bereits die Abwehrspieler Lewan Kobiaschwili und Roman Hubnik sowie Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger und Angreifer Waleri Domowtschijski bei Hertha verlängert. Preetz hatte zudem angekündigt, dass auch Stürmer Adrian Ramos bleiben soll. Torwart Jaroslav Drobny wird den Club dagegen verlassen. Hertha BSC sieht sich trotz einer Etatlücke, steigenden Schulden und den Lizenz-Bedingungen durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auch wirtschaftlich gerüstet. Wie Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller erklärte, stehen dem Etat von 33 Millionen Euro aber nur geplante Einnahmen von 30,5 Millionen gegenüber. Dabei sind bisher jedoch keine Ablösesummen durch die Abgabe von Spielern eingeplant. Ein Abwahlantrag gegen das Hertha-Präsidium um Vereinschef Werner Gegenbauer scheiterte. Rund drei Viertel der Mitglieder waren dagegen, den Antrag überhaupt zu behandeln. |