Kampf gegen Uhr: Arminia sucht 2 Millionen Euro
Bielefeld (dpa) - 30.05.2010, 12:41 Uhr
Die Arminia muss der DFL bis zum 2. Juni einen Finanzplan vorlegen.
Eine Rettung des finanziell klammen Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld wird zu einem Rennen gegen die Zeit. Bis zum 2. Juni muss der von der Insolvenz bedrohte Verein der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein Finanzkonzept vorlegen, um die Lizenz für die nächste Saison zu bekommen. Die Finanzlücke beträgt insgesamt 10,2 Millionen Euro. Hinter den Kulissen arbeitet der Club an einer Lösung, auch ohne den beschlossenen städtischen Kredit von 500 000 Euro auszukommen. «Jetzt fehlen noch rund zwei Millionen Euro. Und ich bin zuversichtlich, dass wir bis zum Antragsschluss das Problem lösen werden», sagte der designierte Vereinspräsident Wolfgang Brinkmann nach ersten Fortschritten in Gesprächen am Wochenende der Nachrichtenagentur dpa. Sollte es dem Traditionsclub misslingen, potenzielle Geldgeber zu überzeugen und den Fehlbetrag noch aufzutreiben, wäre eine Insolvenz unvermeidbar. Bei einem Zwangsabstieg der Arminen könnte Hansa Rostock profitieren und trotz des Scheiterns in der Relegation gegen Ingolstadt auf den Verbleib in der zweiten Liga hoffen.
Mit drei Millionen Euro wollte sich bislang die Wirtschaft an einem Rettungspaket der Arminen beteiligen. Gut zwei Millionen Euro will der Verein selbst aufbringen. Die Sparkasse und das Land Nordrhein-Westfalen wollen ein Jahr lang auf die Bedienung schon laufender Kredite in Höhe von 12,3 Millionen Euro verzichten. Diese Kredite sind zu 80 Prozent durch eine Landesbürgschaft abgesichert. Dies soll die Finanzen um weitere rund zwei Millionen Euro entlasten. Es gebe «positive Signale aus der Wirtschaft», versicherte Brinkmann. Namen oder Summen wollte er aber nicht nennen. Den am Freitag nach hitziger Debatte im Stadtrat beschlossenen Kredit über eine halbe Million Euro kritisierte er als symbolischen Beitrag. «Den Abgeordneten hat die letzte Überzeugung gefehlt. Das ist enttäuschend.» Gleichwohl machte Brinkmann schon nach der Sitzung der Vereinsgremien eine «Jetzt-erst-recht-Stimmung» aus. |