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Bielefelder Stadtrat entscheidet über Arminia-Rettung

Bielefeld (dpa) - 28.05.2010, 12:14 Uhr

Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) hat die letzte Hoffnung auf eine Rettung des finanziell angeschlagenen Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld noch nicht aufgegeben.

Unmittelbar vor der Entscheidung des Stadtrates über die Gewährung eines Millionenkredites führe er noch mehrere Gespräche, sagte Clausen. Ziel sei, in letzter Sekunde eine Lösung zu finden. Eine Zustimmung des Rates galt allerdings als sehr unwahrscheinlich. Der Hauptausschuss der Stadt hatte ein Darlehen für den Verein in Höhe von 4,85 Millionen Euro mehrheitlich abgelehnt. Nur die SPD-Fraktion und Clausen stimmten dafür.

Die Arminia muss der Deutschen Fußball Liga (DFL) bis zum 2. Juni einen Finanzplan vorlegen. Andernfalls bekommt der Verein keine Lizenz für die nächste Saison. Die Finanzlücke beträgt derzeit rund 10,2 Millionen Euro. Mit drei Millionen Euro wollte sich die Wirtschaft an einem Rettungspaket beteiligen. Gut zwei Millionen Euro wollte der Verein selbst aufbringen. Ohne die städtische Unterstützung sei die Insolvenz aber praktisch unvermeidlich, hieß es.

Nach der Ablehnung durch den Hauptausschuss hatte sich Clausen noch sehr pessimistisch gezeigt. «Es ist kein Dritter in Sicht, der für die Stadt einspringen könnte», sagte der Oberbürgermeister. Er gehe von einer «Insolvenz nicht nur der KGA, sondern auch des Vereins Arminia Bielefeld aus».

Auch Arminia-Schatzmeister Andreas Mamerow, der gemeinsam mit Aufsichtsratschef Norbert Leopoldseder an der Sitzung des Hauptausschusses teilgenommen hatte, sah keine Lösung: «Ich bin ein grundsätzlich optimistisch denkender Mensch. Allerdings muss ich sagen: Für die Ratssitzung sehe ich schwarz, und zwar mit allen Konsequenzen. Ich glaube weder an Wunder noch an weiße Ritter.»


Clausen hatte im Hauptausschuss auf die Nachteile der Stadt bei einer Insolvenz der Arminia verwiesen. Demnach würde die Stadt zunächst rund 2,7 Millionen Euro gestundete Grundsteuer und Gebühren verlieren, zudem 0,9 Millionen Euro einer Bürgschaft für ein Grundstücksgeschäft. Dazu kämen Kredite des Vereins bei der Sparkasse in Höhe von rund 12,3 Millionen Euro. Diese seien zwar zu 80 Prozent durch eine Landesbürgschaft gesichert. Die Stadt müsse dann aber mit einer geringeren Ausschüttung der Sparkasse rechnen. Die Unterhaltung des nicht genutzten Stadions würde mit rund 700 000 Euro jährlich zu Buche schlagen.

Die anderen Ratsfraktionen hatten dagegen auf den Schuldenberg der Stadt von rund 700 Millionen Euro verwiesen. Jährlich kämen etwa 150 Millionen Euro dazu.

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