Hansa-Supergau: Rostock steigt ab, Ingolstadt auf
Rostock (dpa) - 17.05.2010, 22:59 Uhr
Der Rostocker Enrico Kern kann den Abstieg nicht fassen.
Die Hansa-Kogge ist untergegangen: 19 Jahre nach dem Gewinn des letzten DDR-Meistertitels ist der FC Hansa Rostock erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Drittklassigkeit abgestürzt. Die Hanseaten verloren auch das Relegations-Rückspiel gegen den FC Ingolstadt mit 0:2 (0:1) und steigen neben TuS Koblenz und Rot Weiss Ahlen damit in die 3. Fußball-Liga ab. Die Bayern, die zuvor zu Hause mit dem 1:0 im Hinspiel den Grundstein für den Erfolg legten, feierten dank der Treffer von Fabian Gerber (8./78.) unterdessen den sofortigen Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga - der selbst ernannte «Betriebsunfall» aus der Vorsaison wurde damit umgehend korrigiert. Die befürchteten Fan- Ausschreitungen nach dem Abstieg der Norddeutschen blieben zunächst aus.
«Wir sind überglücklich, jetzt fließen Bier und Schampus. Das wird die nächsten vier Wochen so weitergehen», sagte Doppel-Torschütze Gerber. Rostocks Trainer Marco Kostmann war geschockt: «Wir haben versucht, bis zum Schluss alles nach vorne zu werfen. Aber es hat nicht gereicht.» Während Ingolstadt im Freudentaumel versank, steht Rostock - einst Flaggschiff ein ganzer Region - nach der Pleite im wichtigsten Spiel der Club-Geschichte vor einem Scherbenhaufen. Die Hanseaten drücken neun Millionen Euro Schulden, die Lizenz für die kommende Saison wurde nur mit Auflagen erteilt. Ob man die nun angesichts der geringeren Einnahmen und dem sinkenden Etat überhaupt erfüllen kann, scheint fraglich. Außerdem droht die Mannschaft auseinanderzufallen, Vorstand und Aufsichtsrat stehen vor der Ablösung, Entlassungen im Umfeld des Vereins sind angesichts der klammen Kassen wahrscheinlich. |