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Rostock in Relegation - schwere Ausschreitungen

Düsseldorf (dpa) - 09.05.2010, 18:32 Uhr

Der Rostocker Torwart Alexander Walke lässt den Kopf hängen.
Der Rostocker Torwart Alexander Walke lässt den Kopf hängen.

In einem Spiel am Rande des Abbruchs hat der ehemalige DDR-Oberligameister Hansa Rostock den direkten Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst und muss in der Relegation gegen den FC Ingolstadt 04 antreten.

Die Hanseaten unterlagen bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf mit 1:3 (0:2) und blieben damit auf dem 16. Tabellenplatz. Die Partie wurde überschattet von Ausschreitungen Rostocker Fans. FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark musste die Begegnung zweimal unterbrechen und pfiff schließlich einige Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit ab.

«Ich bin total erschüttert, traurig und enttäuscht. Mir fehlen die Worte. Mit so etwas macht man den Fußball kaputt. Das hat nichts mit Sport oder Fan-Sein zu tun», sagte Hansa-Manager Rene Rydlewicz. «Was heute passiert ist, dafür muss man sich schämen. Das sind Fans, die dem Verein schaden wollen, die müssen mit aller Härte bestraft werden», meinte Hansa-Profi Tim Sebastian nach der Partie. Auch Rostocks Trainer Marco Kostmann war entsetzt: «Das tut mir sehr, sehr weh. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Das tut mir leid für den deutschen Fußball», sagte der Hansa-Coach.

Die Düsseldorfer, für die vor 37 407 Zuschauern in der Esprit- Arena Marcel Gaus (10.), Bamba Anderson (30.) und Martin Harnik (56.) trafen, beendeten die Saison ohne Heimniederlage. Der Treffer von Sebastian (50./Handelfmeter) war das erste Heim-Gegentor der Düsseldorfer nach 797 Minuten.

Die Partie stand bereits nach sechs Minuten am Rande eines Abbruchs, weil aus dem Rostocker Fanblock mehrere Feuerwerkskörper aufs Spielfeld geworfen wurden. Hansa-Torwart Alexander Walke wurde von einem Feuerwerkskörper getroffen und musste behandelt werden. Nach einer 20-minütigen Unterbrechung entschieden Schiedsrichter und DFL-Vertreter, das Spiel fortzusetzen. Auch kurz vor Ende unterbrach WM-Referee Stark das Spiel erneut, weil in unmittelbarer Nähe des Schiedsrichter-Assistenten ein Feuerwerkskörper explodierte.


«Ich bin froh, dass die Partie regulär zu Ende gegangen ist. Wir hatten den Sicherheitsdienst schon auf 700 Ordner aufgestockt. Irgendwo sind Grenzen gesetzt», befand Fortuna-Geschäftsführer Paul Jäger. Düsseldorfs Trainer Norbert Meier sagte: «Wer sich so verhält ist kein Fan. Da kann ich die Menschen verstehen, die nicht mehr ins Stadion kommen wollen».

Schon in der Nacht zuvor war es in der Düsseldorfer Altstadt zu Ausschreitungen von Rostocker Fans gekommen. 14 Polizisten wurden verletzt, 159 Personen festgenommen.

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