Mehr FC St. Pauli als Holger Stanislawski geht nicht. Seit 17 Jahren ist «Stani», wie ihn in Hamburg alle nennen, «seinem» Kiez-Club verbunden. Erst als Spieler und Kapitän, dann als Manager und Vize-Präsident.
Den Höhepunkt seines Schaffens unweit der Reeperbahn sparte sich Stanislawski aber für seine Trainerzeit auf: Im Jubiläumsjahr des Kultvereins sorgte der gelernte Masseur dafür, dass die «Boys in Brown» den Party-Marathon schon knapp zwei Wochen vor der offiziellen 100-Jahr-Feier am 15. Mai beginnen konnten.
In der Hansestadt gibt es keinen Zweifel, dass die Rückkehr in die Erstklassigkeit vor allem Stanislawskis Werk ist. «Der hat sich ein Denkmal gesetzt mit zwei Aufstiegen in drei Jahren», brachte es Mittelfeldspieler Florian Bruns auf den Punkt. War das Freudenhaus der Liga früher traditionell für seinen «Kick-and-Rush»-Stil bekannt, so wandelte sich St. Pauli ausgerechnet unter dem einstigen «Eisenfuß» zur Torfabrik des deutschen Profi-Fußballs.
Sich selbst beschreibt der 40-Jährige als «Typ liebenswerter Diktator»: Seine Profis dürfen ihn duzen, bei Schludrigkeiten in der Trainingsarbeit hören die Nettigkeiten jedoch auf. Wutreden aber sind seine Sache nicht. «Wenn ich ständig den Trapattoni machen würde - das wäre dann wirklich zum Lachen», sagte Stanislawski in der aktuellen Ausgabe des Magazins «11Freunde».