Burghausen unter Manipulations-Verdacht
Burghausen (dpa) - 16.03.2010, 14:07 Uhr
Das Logo von Wacker Burghausen prangt auf dem Trikot eines Spielers.
Fußball-Drittligist SV Wacker Burghausen steht unter Manipulations-Verdacht. In der Saison 2006/2007 sollen die Zweitliga-Spiele bei der SpVgg Greuther Fürth und Erzgebirge Aue, die Burghausen 1:4 und 0:3 verloren hat, verschoben gewesen sein. Das berichtete die ARD-Sendung «Fakt». Wacker-Geschäftsführer Florian Hahn reagierte überrascht auf die Manipulations-Verdächtigungen. «Bis dato liegt uns von offizieller Seite, weder vom Deutschen Fußball-Bund noch von der Staatsanwaltschaft, eine Rückmeldung vor», sagte Hahn, dem bisher nur die Informationen der ARD-Sendung vorliegen. Ein bulgarischer Wettpate hatte in dem Magazin ausgesagt, bei den Spielen am 1. Oktober 2006 in Fürth (1:4) und in Aue am 16. Februar 2007 (0:3) seien vier Feldspieler mit je 10 000 Euro und ein Torwart mit 15 000 Euro bestochen worden. Außerdem hätten die Burghauser Feldspieler für jeweils 30 000 Euro mitgewettet. Somit hätten die Wacker-Fußballer die Spiele absichtlich verloren.
Der beschuldigte Torwart Uwe Gospodarek, der von 2003 bis 2007 bei Wacker unter Vertrag stand und inzwischen bei Hannover 96 spielt, versicherte indes an Eides statt, niemals an Spielmanipulationen beteiligt gewesen zu sein. «Ich weiß von den Vorwürfen schon seit Ende des letzten Jahres. Ich war schockiert, weil sie völlig haltlos sind. Ich habe damit nichts zu tun. Auf mich ist keine Polizei oder Staatsanwaltschaft zugekommen», versicherte der 36-Jährige nach dem Training in Hannover. «Es gibt von unserer Seite keine Zweifel an seiner Aussage», erklärte 96-Trainer Mirko Slomka. Als einer der Hintermänner der Affäre soll Ante S., der bereits in den Manipulationsskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt gewesen war, fungiert haben. Burghausen stieg am Ende der Saison 2006/2007 mit einem Rückstand von vier Punkten zu den Nichtabstiegsplätzen ab. |