DFB kündigt Klage gegen Amerell an
Frankfurt/Main (dpa) - 10.03.2010, 21:27 Uhr
Manfred Amerell begibt sich Anfang März in den Verhandlungssaal des Landgerichts München.
Der DFB will seinen ehemaligen Schiedsrichter-Funktionär Manfred Amerell nach dessen jüngsten Anschuldigungen vor allem gegen Präsident Theo Zwanziger verklagen. Der Deutsche Fußball-Bund kündigte an, den früheren Referee wegen übler Nachrede und Verleumdung anzuzeigen. Amerell hatte in der «Sportbild» dem DFB-Chef eine einseitige Aufklärung im Schiedsrichter-Skandal vorgeworfen. Amerell wird beschuldigt Unparteiische sexuell belästigt zu haben. Er bestreitet dies. Im deutschen Sportfernsehen unterstellte Amerell Zwanziger, einem Schiedsrichter aus seinem Heimatverein den Aufstieg in die Bundesliga ermöglicht zu haben, obwohl angeblich andere Unparteiische besser bewertet worden seien. «Das ist die größte menschliche Enttäuschung meines Lebens, dass ein Präsident mit so viel Erfahrung rücksichtslos über Leichen geht», sagte Amerell dem Magazin «Sportbild». «Fürsorgepflicht hat er auch gegenüber denen, die Fehler machen. Das hat er außer Acht gelassen», ergänzte der ehemalige Bundesliga-Referee Amerell.
«Jeder, der unseren Präsidenten und sein aufrichtiges Engagement für einen werteorientierten Sport kennt, kann bei solchen Äußerungen nur fassungslos den Kopf schütteln. Letztendlich disqualifiziert sich Herr Amerell durch derart niveaulose Aussagen nur noch mehr», sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach zu dem Magazin-Interview. Zwanziger und der als Kronzeuge aufgetretene Schiedsrichter Michael Kempter, der den Fall Amerell ins Rollen gebracht hatte, haben sich derweil einen Maulkorb verpasst. DFB-Boss Zwanziger, wegen seiner Informationspolitik in dieser Affäre immer mehr in Erklärungsnot geraten, will sich bis zur turnusmäßigen Präsidiumssitzung in der Frankfurter DFB-Zentrale nicht mehr äußern. Vorher sei auch keine Anhörung Kempters vor dem DFB-Kontrollausschuss geplant, bestätigte ein DFB-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Am 10. März zitierte die «Bild» den 27 Jahre alten Referee Kempter so: «Von meiner Seite ist alles gesagt. Ich werde mich zu dem Thema nicht mehr äußern.» |