Arminia schlägt Alarm: Finanznot zwingt zum Umbau
Bielefeld (dpa) - 05.02.2010, 17:25 Uhr
Akute Finanzprobleme plagen den Zweitligisten Arminia Bielefeld.
Hohe Kosten, ausstehende Rechnungen, rigides Sparprogramm - bei Arminia Bielefeld läuten die Alarmglocken. Neun Monate nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga beklagen die Ostwestfalen immense Geldprobleme. Ein Loch von 2,5 Millionen Euro im operativen Geschäft der laufenden Zweitliga-Saison veranlasste die Geschäftsführung zur Flucht nach vorn. Aus Sorge um die Zukunft des Traditionsclubs legte Finanz-Geschäftsführer Heinz Anders die bedenkliche finanzielle Lage offen. Demnach summieren sich allein die offenen Rechnungen für diverse Zulieferfirmen auf rund 1,2 Millionen Euro. «Wir können nicht alle Zahlungsfristen einhalten. Ich muss denen leider sagen, dass sie ihr Geld später bekommen», gestand Anders der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Reaktion der Deutschen Fußball Liga (DFL): «Wir haben die Club-Spitze von Arminia Bielefeld kurzfristig zu einem Gespräch eingeladen», ließ der DFL-Geschäftsführer Christian Seiffert in Frankfurt/Main mitteilen.
Diese Liquiditätsprobleme sind hausgemacht. Offenbar hat sich der ambitionierte Zweitligist bei der Modernisierung des Stadions und der Zusammenstellung des Kaders schwer verhoben. Vor allem die nicht eingeplanten Mehrkosten in Höhe von sechs Millionen Euro für den Umbau der Ost-Tribüne machen schwer zu schaffen. Zudem verlief die Entwicklung bei den Zuschauerzahlen und den Sponsorzuwendungen nicht wunschgemäß. «Es gab eine sehr ambitionierte Saisonplanung mit Einnahmen, die so nicht zu realisieren waren», klagte Anders, der im vorigen Sommer die Nachfolge des langjährigen Finanz- Geschäftsführers Roland Kentsch angetreten hatte. Nach Medieninformationen sollen nicht nur Gläubiger wiederholt vertröstet, sondern auch Gehälter für Spieler und Angestellte verspätet ausgezahlt worden sein. Was Anders jedoch bestreitet: «Es gab in einem Fall eine Verzögerung von zwei, drei Tagen. Ansonsten haben wir pünktlich bezahlt.» Es bestünde kein Grund, die Lage zu dramatisieren. Von einem bevorstehenden Kollaps für den Traditionsclub könne deshalb nicht die Rede sein. «Die Schlagzeile von einer existenzbedrohenden Lage macht sich in den Medien sicher gut. Aber der Spielbetrieb ist nicht gefährdet», versicherte der 40 Jahre alte Diplom-Kaufmann. |