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Derby 1860 - FC Bayern vor Gericht

München (dpa) - 04.02.2010, 14:49 Uhr

Das Münchner Stadion leuchtet bei einem Heimspiel der Bayern rot.
Das Münchner Stadion leuchtet bei einem Heimspiel der Bayern rot.

Das Münchner Fußball-Derby hat es schon lange nicht mehr gegeben - jetzt liefern sich der FC Bayern und der TSV 1860 vor Gericht gleich an zwei Fronten einen harten Kampf.

Im Streit um ausstehende Zahlungen im Catering der Allianz Arena soll am 24. März eine Entscheidung fallen. Ein weiterer Prozess droht das ohnehin sehr angespannte Verhältnis zwischen den Lokalrivalen weiter zu verschärfen. Nach Informationen Münchner Zeitungen zieht der TSV 1860 die Rechtmäßigkeit des Verkaufs seines Anteils an der Allianz Arena an den FC Bayern in Zweifel und will vom deutschen Rekordmeister eine Millionen-Summe einklagen.

«Das haben wir vor Jahresende eingereicht», bestätigte 1860-Anwalt Michael Priebe in der «Süddeutschen Zeitung», dass die «Löwen» ein Verfahren gegen den FCB anstrengen. Dabei müsse die Frage geklärt werden, «ob der Verein aufgrund seiner wirtschaftlichen Notlage gezwungen wurde, diesen Vertrag einzugehen». Im Jahr 2006 hatte der FC Bayern für elf Millionen Euro den Sechzigern ihre Stadionanteile abgekauft und den TSV 1860 vor der Insolvenz gerettet.

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Der FC Bayern habe die Notlage von 1860 ausgenutzt, behaupten die Anwälte des Zweitligisten. «Wir sind über den Tisch gezogen worden», so Priebe. Dessen Kollege Marc Weßling erläutert: «Der Kaufpreis ist vollkommen unangemessen gewesen. Das muss ein Sachverständiger klären». Die Anteile seien damals rund 20 Millionen Euro wert gewesen. «Wir haben Grund zu der Annahme, dass der Kaufpreis unangemessen niedrig war», sagt auch 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers im «Münchner Merkur».

Der FC Bayern reagierte unaufgeregt auf die juristische Offensive des Nachbarn und will sich zum Stadionstreit oder einer möglichen 1860-Klage vorerst nicht mehr äußern. «Wir bereiten uns im Moment auf das Spiel in Wolfsburg vor und beschäftigen uns mit wichtigeren Dingen als diesem Theater, das der TSV 1860 da inszeniert», erklärte Bayerns Medienchef Markus Hörwick in der Münchner «tz».

Nicht nur der Verkauf der Stadionanteile sorgt für gereizte Stimmung bei beiden Clubs. 1860 verweigert seit Saisonbeginn die Zahlung der Catering-Pauschale, der Streitwert beträgt 500 000 Euro. Die «Löwen» werfen der Stadion GmbH vor, mit überteuerten Preisen gegen das Kartellrecht zu verstoßen. «Der Gedanke ist nicht so abwegig», sagte die Vorsitzende Richterin Elisabeth Waitzinger beim Verhandlungsauftakt vor dem Münchner Landgericht.


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