1860 München zelebriert «neues Miteinander»
München (dpa) - 22.11.2009, 12:51 Uhr
Für Präsiden Rainer Beeck (Mitte) verlief die Delegiertenversammlung reibungslos.
Eine zähe Diskussion musste erwartet, eine wahre Schlammschlacht zumindest in Betracht gezogen werden. Doch dann lief alles wie geschmiert. Einen Tag nach dem überraschenden 1:0-Sieg bei Spitzenreiter Arminia Bielefeld wurde die Delegiertenversammlung des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München zu einem Heimspiel für die Vereinsführung. Ohne Zwischenrufe, ohne Radau, ohne Tumulte - und damit ganz anders als in den Vorjahren. Der Tag im Unterschleißheimer Ballhausforum war an Harmonie kaum zu überbieten. «Das ist ein Zeichen für ein neues Miteinander, so sollte es immer bleiben», sagte ein sichtlich erleichterter Vereinschef Rainer Beeck. Beeck und seine beiden Präsidiumskollegen wurden ohne Gegenstimme entlastet, die fünf neuen Aufsichtsräte durchgewunken und selbst die sportlich Verantwortlichen mit kräftigem Applaus bedacht. Trotz einer insgesamt schwachen Platzierung in den hinteren Zweitliga-Gefilden heimsten Trainer Ewald Lienen und Sportdirektor Miroslav Stevic Schulterklopfer ein. Die Freude über den Sieg bei den zuletzt neun Spiele lang ungeschlagenen Ostwestfalen ließ alle Enttäuschungen der Vergangenheit in den Hintergrund rücken.
«Ich hoffe, dass das ein Wendepunkt war», sagte Lienen. Der Grieche Charilaos Pappas (82. Minute) hatte nach Stefan Aigners Gelb-Roter Karte (70.) in Unterzahl den goldenen Treffer erzielt. «Wir haben eine im Aufkeimen begriffene sportliche Situation, die Geduld und Unterstützung braucht», unterstrich Geschäftsführer Manfred Stoffers. Beeck machte klar, dass «wir zu Saisonbeginn eigentlich auf der Agenda hatten, uns Richtung Tabellenspitze zu bewegen». Stattdessen aber stecken die Münchner tief unten statt weit oben. Als vorrangige Probleme nannte der Präsident fehlende Geldgeber und zurückgehende Zuschauerzahlen. Umso bedeutender sei ein Umzug von der ungeliebten Allianz Arena ins Grünwalder Stadion. «Wir wollen eine reelle Perspektive für den Verein», bekräftigte Beeck. Im Dezember soll der Stadtrat über die grundsätzliche Zukunft des maroden Grünwalder Stadions entscheiden, im März 2010 könnte eine Entscheidung fallen. Die Sechziger favorisieren eine Modernisierung oder einen Neubau. |