Zeitung: Osnabrück von Manipulationen betroffen
Hannover (dpa) - 20.11.2009, 20:53 Uhr
Die Spieler des FC Auzgsburg bejubeln am 17. April einen Treffer gegen Osnabrück.
Nach Informationen der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitag) sollen Spieler des VfL Osnabrück in mögliche Spielmanipulationen in der 2. Fußball-Bundesliga verwickelt sein. Nach Angaben der Zeitung verdächtigt die Staatsanwaltschaft Bochum als Drahtzieher einen 34-Jährigen aus Lohne, der mit Hilfe von VfL- Profis zwei Spiele aus der vergangenen Saison manipuliert haben soll. Bei den Partien soll es sich um die Auswärtsspiele der Osnabrücker beim FC Augsburg (0:3) am 17. April 2009 und beim 1. FC Nürnberg (0:2) am 13. Mai 2009 handeln. Die Staatsanwaltschaft machte auf einer Pressekonferenz hingegen keine genauen Angaben über betroffenen Spiele, Vereine und Personen. Insgesamt stehen 200 Begegnungen in neun europäischen Ländern und auch aus der Champions League und Europa League im Fokus. Ferner gibt es 200 Tatverdächtige. Osnabrück reagierte überrascht auf den Pressebericht. «Wir waren sehr überrascht, als wir von den Mutmaßungen gelesen haben und werden uns nicht an Spekulationen beteiligen», teilte Präsident Dirk Rasch in einer Presseerklärung mit. Ob bei den betroffenen Zweitligapartien auch ehemalige VfL-Fußballer betroffen sind, sei dem Verein zur Zeit nicht bekannt. «Wir werden uns selbstverständlich für eine enge Zusammenarbeit mit dem DFB, der DFL und der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellen», sagte Rasch, dem an einer «umfassenden Aufklärung des Sachverhaltes aus eigenem Interesse natürlich sehr gelegen ist. Wichtig ist für uns zu betonen, dass der Verein VfL Osnabrück der Leidtragende ist.»
Osnabrücks damaliger Trainer Claus-Dieter Wollitz, jetzt bei Energie Cottbus tätig, war geschockt. «Das ist für mich das Allerschlimmste. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, weil man jede einzelne Szene durchgeht. Ich bin nicht nur erschüttert, sondern am Boden zerstört. Ich habe immer gedacht, der Fall Hoyzer wäre ein Einzelfall. Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen.» Auch der ehemalige Osnabrücker Profi Nico Frommer reagierte Fassungslos. «Das trifft mich wie ein Schlag. Ich bin schockiert, dass in der eigenen Mannschaft so etwas vorgefallen sein soll. Gegen Nürnberg ist mir nichts aufgefallen. Gegen Augsburg gab es ein, zwei krasse Fehler von uns. Aber ob die wirklich mutwillig waren, so weit möchte ich nicht vorgreifen. Meiner Meinung nach wäre es Schwachsinn, für ein paar Tausend Euro seine ganze Karriere aufs Spiel zu setzen», sagte der 31-Jährige, der heute für RB Leipzig aktiv ist. |