Polizeigewerkschaft fordert 50 Millionen Euro
Berlin (dpa) - 04.11.2009, 10:59 Uhr
Nach dem 0:1 von St. Pauli in Rostock wird im Hamburger Block Pyrotechnik abgebrannt.
Berlin (dpa) - Nach den jüngsten schweren Fan-Ausschreitungen in Rostock hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) die Forderung nach finanzieller Beteiligung durch DFB und DFL an den Polizei- Einsätzen erhärtet. «Wir erwarten, dass sich der Deutsche Fußball- Bund und die Deutsche Fußball-Liga zu einem angemessenen Teil an diesen Kosten beteiligen», sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt im ZDF-Morgenmagazin. «Eine pauschale Gebühr, die für eine Saison bezahlt wird - etwa 50 Millionen Euro - wären ein echter Freundschaftspreis», erklärte Wendt und verwies auf die enormen Aufwendungen der Polizei. «Allein die Personalkosten für die Polizeieinsätze bei Fußballspielen liegen deutlich über 100 Millionen Euro», berichtete Wendt. Die Gewerkschaftsfunktionär übte massive Kritik am Vorgehen von DFB und DFL bei den Ansetzungen von sogenannten Problem-Spielen wie die Begegnung zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli vom Montagabend. Diese werden nach Ansicht der DPolG nach kommerziellen Gesichtspunkten angesetzt. Spiele nach Einbruch der Dunkelheit erschwerten beispielsweise die Arbeit der Polizei. Wendt forderte ein Mitspracherecht der Polizei bei den Spielansetzungen.
Nach den Krawallen in Rostock laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Dazu werden Videoaufzeichnungen der Polizei ausgewertet. Im Zuge dieser Ermittlungen sei inzwischen ein Täter identifiziert worden, sagte der Rostocker Oberstaatsanwalt Peter Lückemann am Mittwoch der dpa. Er soll mehrere Steine geworfen haben, dabei sei aber niemand verletzt worden. Bei den Krawallen hatten etwa 500 Rostocker Randalierer versucht, Straßensperren zu durchbrechen, um zu St.-Pauli-Anhängern zu gelangen. Dabei waren 29 Polizisten leicht verletzt worden. Bei den Krawallen waren 23 Täter, ausschließlich Rostocker Fans, wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs festgenommen worden. Sie wurden in der Nacht zum Dienstag alle wieder auf freiem Fuß gesetzt. |