Absteiger KSC bastelt fieberhaft an Zweitliga-Team
Karlsruhe (dpa) - 02.07.2009, 13:20 Uhr
Manager Rolf Dohmen (M) tröstet die Spieler nach dem letzten Spiel in der 1. Bundesliga.
Die täglichen Trainingseinheiten des Karlsruher SC in der Abgeschiedenheit der Sportschule Schöneck vermitteln den Eindruck von Ruhe und Normalität, doch hinter den Kulissen des Bundesliga-Absteigers herrscht fieberhafte Aktivität. Nach dem bitteren Gang in die 2. Liga und der radikalen Kürzung des Saisonetats von gut 17 auf etwa acht Millionen Euro kämpft Manager Rolf Dohmen an mehreren Fronten des Fußball-Transfermarkts und bastelt mit Trainer Edmund Becker auch intern am Kader für die kommende Saison. Noch ist sich der Traditionsclub unsicher, welche Rolle er sich in der kommenden Spielzeit zutrauen soll. «Es ist keine einfache Situation, weil unsere Mannschaft noch nicht komplett ist», bekennt Becker. «Aber wir wollen auch nicht alles einfach übers Knie brechen, nur damit wir möglichst schnell vollzählig sind.» Mit nur 18 Profis will der KSC die Zweitliga-Saison in Angriff nehmen. «Das hat zum letzten Aufstieg auch gereicht», sagt Manager Rolf Dohmen, der in seinem Urlaubsdomizil auf Sylt alle Fäden in der Hand hält. Als Ziel will er die direkte Bundesliga-Rückkehr angesichts des gravierenden Umbruchs aber nicht ausgeben: «So vermessen können wir nicht sein.»
Die Dienste von Macauley Chrisantus (Hamburger SV), Gaétan Krebs (Hannover 96), Christian Demirtas (FSV Mainz 05) und Andreas Schäfer (VfL Wolfsburg) hatte sich der Verein schon vor dem Trainingsauftakt am 28. Juni gesichert. Um andere Spieler, darunter Stürmer Anton Fink (SpVgg Unterhaching), bemüht sich Dohmen noch. Zur Familien- Angelegenheit könnte beim KSC künftig die Innenverteidigung werden. Denn in Matthias Langkamp (Panionios Athen) verpflichtete der KSC zuletzt den älteren Bruder von Sebastian Langkamp, der neben Stefano Celozzi zu den wenigen Lichtblicken der Abstiegssaison gehört hatte. Neben dem für wohl rund drei Millionen Euro an den VfB Stuttgart veräußerten Celozzi haben 13 weitere Spieler den Verein verlassen. Auf dem Absprung ist auch Dino Drpic. Der kroatische Nationalspieler gilt als Kandidat für die Nachfolge von Josip Simunic bei Hertha BSC. Der Innenverteidiger bekam vom Verein eine Urlaubsverlängerung eingeräumt, damit er mit neuen Arbeitgebern verhandeln kann. Ohne Rückennummer dreht derzeit Torhüter Markus Miller beim Training seine Runden. Aufgrund der Höhe seiner vertraglich zugesicherten Einsatzprämien kann sich der Verein den 27-Jährigen in der 2. Liga eigentlich nicht mehr leisten. Auf geringere Bezüge konnten sich beide Seiten bisher jedoch nicht einigen. Daher hat Trainer Becker bereits seinen bisherigen Ersatztorhüter Jean-Francois Kornetzky zur künftigen Nummer eins erkoren. Miller könnte dem Verein mit seiner festgeschriebenen Ablösesumme von 1,3 Millionen Euro dringend benötigtes Geld in die Kasse spülen. Noch war allerdings kein Interessent bereit, diesen Betrag zu zahlen.
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