Fußball-Lehrer Zachhuber vor dritter Hansa-Rettung
Osnabrück (dpa) - 28.04.2009, 13:35 Uhr
Hansa-Trainer Andreas Zachhuber feuert seine Mannschaft vom Spielferldrand an.
Womöglich werden sie Andreas Zachhuber demnächst in Rostock ein Denkmal bauen. Der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer ist auf dem besten Weg, Hansa ein drittes Mal vor dem Abstieg zu retten. Seit Zachhuber die Nachfolge des erfolglosen Dieter Eilts angetreten hat, ist Mecklenburg-Vorpommerns sportliches Aushängeschild ungeschlagen und hat mit dem 0:0 beim VfL Osnabrück den direkten Konkurrenten auf Distanz gehalten. Bei den zuvor verunsichert wirkenden Spielern ist inzwischen sogar ein Hauch von Euphorie zu spüren. «Der Glaube ist sehr, sehr hoch, dass wir es schaffen», versicherte Kapitän Enrico Kern. Zachhuber gibt sich hingegen weiter zurückhaltend. Trotz zwölf Punkten aus sechs Spielen neigt der bodenständig wirkende Coach nicht zum Überschwang und mahnt, dass noch nichts erreicht ist. «Wenn wir ein bisschen cleverer gewesen wären, dann hätten wir drei Punkte mitgenommen», sagte der Trainer, der Hansa schon zweimal vor dem Erstliga-Abstieg bewahrte. Sein Team spielte nicht viel besser als der auf dem Relegationsplatz liegende VfL, besaß aber die deutlich besseren Torchancen.
Nach dem letztjährigen Fall aus der 1. Liga wäre ein erneuter Abstieg für Hansa eine Katastrophe, aus sportlicher, aber vor allem aus wirtschaftlicher Sicht. In der 3. Liga wäre Profi-Fußball im strukturschwachen Mecklenburg wohl kaum zu bezahlen. Entsprechend groß war die Verzweiflung über den Absturz nach dem Abstieg, so dass die Rostocker nach der Entlassung von Frank Pagelsdorf auch Eilts nach nur 104 Tagen rausschmissen und es erneut mit Zachhuber versuchten. Es war eine kostengünstige und volksnahe Lösung: Der ehemalige Hansa-Spieler ist bei den Fans beliebt, schaffte als Trainer 1999 mit 21 Punkten aus 11 Spielen am letzten Spieltag den Klassenerhalt - und rettete den Club auch ein Jahr später. Der ruhig und sachlich auftretende Zachhuber räumte auf, entfernte zunächst Benjamin Lense und Assani Lukimya aus dem Kader und suspendierte anschließend in Heath Pearce und Kenneth Kronholm zwei weitere Spieler. Nachdem es zwischenzeitlich vier Zähler bis zu einem Nicht-Abstiegsplatz waren, keimt nun wieder Hoffnung. «Wir müssen Pünktchen für Pünktchen holen», sagte Manager Rene Rydlewicz, der mit Zachhuber jenem Mann einen Trainervertrag gab, der ihn einst als Spieler nach Rostock holte. Der nun wieder greifbare Klassenerhalt würde im von Arbeitslosigkeit geplagten Rostock Jobs erhalten - auch den von Zachhuber: Verhindert er den Abstieg, greift eine Option auf Vertragsverlängerung.
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