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Rostock und Eilts nach 2:3 bei St. Pauli am Boden

Hamburg (dpa) - 06.03.2009, 20:18 Uhr

Morike Sako (l) vom FC St. Pauli und der Rostocker Sebastian Svard im Duell.
Morike Sako (l) vom FC St. Pauli und der Rostocker Sebastian Svard im Duell.

Für Hansa Rostock und seinen Trainer Dieter Eilts wird die Lage im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga immer dramatischer. Die Mecklenburger gaben im Nordderby beim FC St. Pauli eine 2:0-Führung aus der Hand und verloren mit 2:3.

Damit dürften die Tage des erst im November nach Rostock gekommenen Eilts gezählt sein. In der hitzigen Partie, die für Eilts unter dem Motto «Siegen oder Fliegen» stand, zeigten die Rostocker zunächst Courage und gingen früh durch die Angreifer Henri Myntti (2. Minute) und Fin Bartels (5.) in Führung. Morike Sako (53./Foulelfmeter), der in der Nachspielzeit wegen wiederholten Foulspiels vom Platz flog, und David Hoilett (72./84.) mit einem Doppelpack drehten die Partie aber noch zugunsten der Hausherren. Vor Sakos Elfmeter hatte Hansa-Verteidiger Gledson den eingewechselten Björn Brunnemann zu Fall gebracht.

Noch unmittelbar vor Anpfiff des brisanten Nordduells, das wegen Ausschreitungen der Rostocker Fans in der 2. Halbzeit mit siebenminütiger Verspätung angepfiffen wurde, hatte Hansa-Manager René Rydlewicz sein Ultimatum an Eilts bekräftigt. «Nur wenn er gewinnt, kann er weiterarbeiten», sagte Rydlewicz der neue starke Mann des Tabellenvorletzten.

Vor 22 138 Zuschauern im Millerntorstadion zeigten die Rostocker anfangs Fußball mit Herz - ein Plädoyer für ihren kritisierten Trainer. Scheinbar unbeeindruckt von ihrer Negativserie waren die Gäste im ersten Durchgang das dominierende Team. Nach den Treffern von Myntti und Bartels, bei denen St. Paulis Keeper Mathias Hain machtlos war, hatte Kevin Schindler (20.) sogar die Chance zum 3:0, doch sein Kopfball prallte an die Latte.

Nachdem die Rostocker Fans zunächst mit Transparenten wie «Lieber mit der Kogge in Seenot als auf der Alster im Tretboot» die Hamburger Anhänger gereizt hatten, eskalierte die Situation in der Pause. Hooligans zündeten bengalische Feuer und Leuchtraketen, das ganze Stadion war voller Rauch und ein Großaufgebot der Polizei zog vor dem Hansa-Block auf. Nachdem Eilts die Rostocker Fans beruhigt hatte, pfiff Referee Markus Wingenbach (Diez) die Partie verspätet an.

Schon vor dem brisanten Nordderby war es zu Ausschreitungen von rund 200 Rostocker Fans gekommen. Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Auf dem Vorplatz eines U-Bahnhofs in der Nähe des Stadions brannten Anhänger Feuerwerkskörper ab. Zudem gingen Fans mit Bierflaschen auf Beamte los. Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen vor Beginn der Partie drei Beamte und mehrere Fans vor allem durch Pfefferspray verletzt. Die Polizei nahm rund ein halbes Dutzend Fans aus Rostock und Hamburg fest, wie eine Sprecherin sagte.


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