Ausschreitungen in Rostock - Zwanziger frustriert
Rostock (dpa) - 27.09.2008, 16:05 Uhr
Nach dem Spiel kommt es zu schweren Ausschreitungen in Stadionnähe.
Über 600 Beamte konnten die schwersten Fußball- Ausschreitungen in Rostock seit mehreren Jahren nicht verhindern. Die erschreckende Bilanz der Krawalle am Rande des Zweitliga-Spiels FC zwischen dem FC Hansa Rostock und dem FC St. Pauli (3:0) lautete: Offiziell 15 Verletzte, darunter sechs Polizisten. «Ich weiß nicht, was diese Leute im Kopf haben. Wahrscheinlich sind die Birnen leer», fand Hansas Vorstandschef Dirk Grabow deutlich Worte. Und Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), betonte: «Das sind keine Fußball-Fans, das sind Krawallmacher.» Die Polizei war mit einer Deeskalationsstrategie aufgetreten. «Beide Fan-Lager sind nur zweimal direkt aufeinandergetroffen», sagte Polizeisprecherin Dörte Lembke am Samstag und verteidigte die Marschroute der Polizei. Nach ihren Angaben hätten sich Rostocker Fans nicht an eine Abmachung gehalten, die in der Woche zwischen Anhängern, Verein, Ordnungsdienst und Polizei geschlossen wurde.
Nachdem Hansa-Anhänger versuchten, nach dem Spiel eine Absperrung zu durchbrechen, setzte die Polizei zwei Wasserwerfer und Tränengas ein. Laut Augenzeugenberichten kam es zu wilden Prügeleien zwischen Polizei und Fans. Festnahmen habe es dabei nicht gegeben, so Dörte Lembke. Schon vor der Partie waren 52 Personen vorläufig festgesetzt worden, 47 davon wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs. Sie befanden sich am Samstag wieder auf freiem Fuß. «Es gibt immer wieder Leute mit einer halben Gehirnzelle. Man muss versuchen, diese Leute so schnell wie möglich auszusortieren», sagte Hamburgs Trainer Holger Stanislawski. Hansa-Boss Grabow meinte: «Wir haben im Vorfeld zu einem friedlichen Umgang aufgerufen. Es gibt aber immer wieder Idioten, die sich einfach nur prügeln wollen. Das kann man nicht verhindern.» |