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DFL bestraft Koblenz mit Abzug von acht Punkten

Frankfurt/Main (dpa) - 24.04.2008, 16:39 Uhr

Der Koblenzer Trainer Uwe Rapolder ist entsetzt über den Punkteabzug.
Der Koblenzer Trainer Uwe Rapolder ist entsetzt über den Punkteabzug.

Mit dem höchsten Punktabzug in der Bundesliga-Geschichte hat die Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) den Zweitligisten TuS Koblenz für einen Verstoß gegen die Lizenzauflagen bestraft und bei den Rheinländern blankes Entsetzen ausgelöst.

Den Koblenzern werden am Saisonende acht Zähler abgezogen, weil sie Spielerverträge von erheblicher wirtschaftlicher Relevanz nicht bei der DFL vorgelegt hatten. Zudem muss der Verein eine Vertragsstrafe in Höhe von 200 000 Euro zahlen. Der Club kann bei der DFL Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen und bei einem Scheitern den Vorstand des Ligaverbandes als zweite Instanz anrufen.

«Das ist ein Drama. Der Klassenerhalt ist damit infrage gestellt», reagierte TuS-Trainer Uwe Rapolder entsetzt auf die Nachricht aus der DFL-Zentrale. Koblenz rutscht in der virtuellen Tabelle mit 32 Punkten auf den 14. Rang ab und hat nur noch drei Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den derzeit der 1. FC Kaiserslautern einnimmt. «Irgendwie kann ich mich darüber nicht freuen, denn das ist bitter für einen Club. Außerdem wollen wir den Klassenverbleib sportlich schaffen - alles andere würde uns nicht gefallen», sagte FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz, der bis April 2006 als Manager in Koblenz tätig war.

Grund für die Bestrafung der Koblenzer sind nachverhandelte Verträge mit zwei serbischen Spielern, die der im vergangenen Dezember zurückgetretene Präsident Hermann Gläsner nicht an die DFL gemeldet hatte. «Aufgabe der DFL ist es unter anderem, mit Hilfe des Lizenzierungsverfahrens die Grundlage für einen fairen und spannenden Wettbewerb zu sichern. Es ist daher im Sinne der Gemeinschaft der 36 Profi-Clubs nicht hinnehmbar, wenn dieses europaweit als vorbildlich angesehene System durch Täuschung ad absurdum geführt wird», begründete der für Finanzen und Lizenzen zuständige DFL- Geschäftsführer Christian Müller die harte Strafe.

«Das ist für uns jetzt eine psychisch extrem schwierige Situation, denn wir hatten den Klassenerhalt praktisch schon sicher. Aber wir sind weiter hochmotiviert und werden uns nicht von unserem Weg abbringen lassen», sagte Rapolder. Sein Team steht damit beim SC Paderborn gehörig unter Druck.

Auf die Lizenzierung für die Saison 2008/09 hat die Bestrafung keinerlei Auswirkungen. «Mit der Bestrafung noch in dieser Spielzeit trägt die DFL dem Grundsatz Rechnung, dass die Konsequenzen für Verfehlungen in der selben Saison wie die Verfehlung selbst zu tragen sind und die Integrität des Wettbewerbes soweit möglich wiederhergestellt wird», sagte Müller. Bisherige Höchststrafe waren sechs Punkte Abzug für die damaligen Zweitligisten 1. FC Nürnberg (1995/96) und SSV Reutlingen (2002/03).


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