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Bibiana Steinhaus feiert perfektes Profi-Debüt

Frankfurt/Main (dpa) - 23.09.2007, 13:07 Uhr

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus leitet die Partie SC Paderborn - TSG Hoffenheim.
Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus leitet die Partie SC Paderborn - TSG Hoffenheim.

Nach ihrem perfekten Debüt als erste Schiedsrichterin im deutschen Profi-Fußball wurde Bibiana Steinhaus mit Lob und Glückwünschen überschüttet.

«Ich habe die vielen SMS nicht gezählt, mich aber über jede gefreut und alle beantwortet. Das war meine Aufgabe für die Nacht», berichtete die 28-Jährige im «ZDF-Sportstudio» über die Stunden nach ihrem gelungenen Premieren- Auftritt im Zweitligaspiel SC Paderborn gegen 1899 Hoffenheim (0:2).

Mit ihrer sicheren Spielleitung erwarb sich die Polizistin aus Hannover die Anerkennung aller Beteiligten. «Sie hat das richtig gut gemacht und ihre Entscheidungen erfrischend unauffällig getroffen. Wenn es nötig war, ist sie auch mal energisch hingelaufen und hat klare Ansagen gemacht», befand Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. «Sie ist sehr sachlich gewesen und hat ein gutes Auge bewiesen», meinte Torschütze Francisco Copado.

Schiedsrichter-Beobachter Jürgen Weber bewertete die Leistung der pfiffigen Blondine zurecht mit der Höchstpunktzahl 8,4. «Sie war total unaufgeregt und hat ihre Sache prima gemacht», sagte Weber der «Bild am Sonntag». Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger schwärmte in den höchsten Tönen von Deutschlands Vorzeige-Schiedsrichterin. «Sie ist einer dieser hervorragenden Typen, die dazu beitragen, dass der Fußball und das Schiedsrichterwesen nicht mehr nur Männersache sind. Ich freue mich, dass ihr das erste Spiel gelungen ist. Sie wird ihren Weg gehen», sagte Zwanziger.

Steinhaus selbst war nach dem Abpfiff einfach nur erleichtert. «Ich bin sehr zufrieden, dass meine Spielleitung gut angekommen ist», sagte die selbstbewusste FIFA-Schiedsrichterin, die nun in der 2. Bundesliga Fuß fassen will. In den Tagen vor ihrem Debüt hatte sie sich zurückgezogen, um nicht vom medialen Rummel angesteckt zu werden. «Ich habe versucht, mich abzuschirmen. Dennoch war ich sehr nervös. Aber viele Freunde und Kollegen haben mir gute Ratschläge mit auf den Weg gegeben und ihre Unterstützung signalisiert. Das war ein beruhigendes Gefühl», berichtete Steinhaus.

Das positive Echo im Anschluss war ihr fast schon unangenehm. «Einerseits erfüllt es einen mit Stolz, dass man einen Meilenstein für die Schiedsrichterinnen im deutschen Fußball setzen konnte. Andererseits hoffe ich, dass es zur Normalität wird», erklärte Steinhaus, die sich vor ihrem Sprung in den Profi-Fußball sechs Jahre lang in der Regionalliga beweisen musste. Für Steinhaus kein Problem: «Ich denke, es war in Ordnung, dass es solange gedauert hat. Man musste erst gewisse Erfahrungswerte sammeln. Immerhin ist es für den deutschen Fußball eine neue Situation.»


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