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Köln befreit sich vom Druck - St. Pauli hadert

Hamburg (dpa) - 12.08.2007, 11:26 Uhr

Björn Brunnemann von St. Pauli (l) und Patrick Helmes im Zweikampf.
Björn Brunnemann von St. Pauli (l) und Patrick Helmes im Zweikampf.

Der erste Druck ist weg, die Mannschaft aber längst noch nicht gefestigt. Aufstiegsanwärter 1. FC Köln ist trotz eines Sieges zum Auftakt der 2. Fußball-Bundesliga noch vieles schuldig geblieben.

«Es gibt überall noch etwas zu verbessern», sagte Trainer Christoph Daum nach dem mühsamen 2:0 beim FC St. Pauli. Eine Woche nach dem bitteren Pokal-Aus beim Regionalliga- Team von Werder Bremen vermieden die Kölner zwar einen völligen Fehlstart, offenbarten aber vor allem in der Defensive Schwächen. «Wir brauchen fünf, sechs Spiele, um zusammenzuwachsen», meinte Daum.

Mit dem Ergebnis war der Coach der Rheinländer dennoch zufrieden. «Es war ein eminent wichtiger Sieg für die neue Mannschaft», sagte er. Daum benötigte nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was in Köln bei einer weiteren Pleite los gewesen wäre. «Bei dem Umfeld wäre alles viel schwieriger geworden, alles wäre gleich in Frage gestellt worden», sagte er angesichts des hohen Drucks auf den selbsternannten Aufstiegsaspiranten. Nun kann er etwas ruhiger in das Heimspiel gegen Alemannia Aachen gehen. «Ich bin verhalten optimistisch», sagte er.

St. Paulis Teamchef Holger Stanislawski sah seine Mannschaft bei der Rückkehr in die 2. Liga nach vierjähriger Abstinenz unter Wert verkauft. «Es hat sicher nicht die bessere Mannschaft gewonnen», befand er, nachdem die Serie von 30 Ligaspielen ohne Heimniederlage trotz zahlreicher guter Chancen gerissen war. Die Mannschaft schöpfte dennoch Mut für die Saison. «Wir haben gesehen, dass wir gegen die Spitzenteams mithalten können», meinte Kapitän Fabio Morena.

Die Rollen waren klar verteilt. Rund 30 Millionen gegen 4 Millionen - schon die Saisonetats der beiden Clubs sprachen deutlich für Köln. Nach dem enttäuschenden 9. Platz im vergangenen Jahr hat Daum die Mannschaft komplett umgekrempelt. 15 Spieler mussten gehen, 12 neue kamen. Der nach seinen Wünschen zusammengestellte Kader geriet aber bereits in die Kritik. Vor allem die Abwehr um den neuen Chef Kevin McKenna habe nicht das nötige Niveau, hieß es. Gegen St. Pauli stand die Null - trotz einiger Unsicherheiten. «Ich wäre noch ruhiger, wenn die Abwehr noch sicherer stehen würde», sagte Daum.

Verlassen kann er sich dagegen auf seine Offensive - schon im vergangenen Jahr das Prunkstück des Teams. Mit individueller Klasse nutzten Patrick Helmes (65. Minute) und Milivoje Novakovic (79.) gegen St. Pauli zwei Konter zur Entscheidung. «Wir haben eine Offensive, die nicht viele Chancen braucht», erklärte Jung-Nationalspieler Helmes. «Wir wissen, was wir können. Wir müssen konstant gut spielen, dann werden wir auch aufsteigen.»


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