Köln befreit sich vom Druck - St. Pauli hadert
Hamburg (dpa) - 11.08.2007, 13:02 Uhr
Björn Brunnemann von St. Pauli (l) und Patrick Helmes im Zweikampf.
Zwei blitzsaubere Konter, drei Punkte, Tabellenführung zumindest für zwei Tage - für den 1. FC Köln war das 2:0 beim FC St. Pauli in der 2. Fußball-Bundesliga mehr als nur ein Punktspiel-Auftakt nach Maß. «Es war ein eminent wichtiger Sieg für die neue Mannschaft», sagte Trainer Christoph Daum. Eine Woche nach dem Pokal-Aus bei den Amateuren von Werder Bremen benötigte er nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was in Köln bei einer weiteren Pleite los gewesen wäre. «Bei dem Umfeld wäre alles viel schwieriger geworden, alles wäre gleich in Frage gestellt worden», sagte er angesichts des hohen Drucks auf den Aufstiegsaspiranten. St. Paulis Teamchef Holger Stanislawski sah sein Team bei der Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga nach vierjähriger Abstinenz unter Wert verkauft. «Es hat sicher nicht die bessere Mannschaft gewonnen», sagte er, nachdem die Serie der Hamburger von 30 Ligaspielen ohne Heimniederlage gerissen war.
Die Rollen waren vor dem Spiel klar verteilt. Rund 30 Millionen gegen 4 Millionen - schon die Saisonetats der beiden Clubs sprachen deutlich für die Kölner. Doch auf dem Platz sah es lange Zeit ganz anders aus. Die eingespielten Hamburger, die mit nur einem Neuling in der Startelf aufliefen, hatten die Partie fest im Griff. Köln dagegen wirkte alles andere als gefestigt. «Bremen hat seine Spuren hinterlassen», meinte FC-Manager Michael Meier. Daum sieht sein Team ohnehin noch auf dem Weg zur erwünschten Form. «Wir brauchen fünf, sechs Spiele, um zusammenzuwachsen», betonte er. Nach dem enttäuschenden 9. Platz im vergangenen Jahr hat er die Mannschaft komplett umgekrempelt. 15 Spieler mussten gehen, 12 neue kamen. Der nach seinen Wünschen zusammengestellte Kader geriet aber bereits in die Kritik. Vor allem die Abwehr um den neuen Chef Kevin McKenna habe nicht das nötige Niveau, hieß es in Köln. Gegen St. Pauli stand die Null - trotz einiger Unsicherheiten. «Ich wäre noch ruhiger, wenn die Abwehr noch sicherer stehen würde», sagte Daum. Verlassen kann er sich dagegen auf seine Offensive - schon im vergangenen Jahr das Prunkstück des Teams. Mit individueller Klasse nutzten Patrick Helmes (65. Minute) und Milivoje Novakovic (79.) zwei Konter zur Entscheidung. «Wir wissen, dass wir eine Offensive haben, die nicht viele Chancen braucht», sagte Jung-Nationalspieler Helmes. Es war der entscheidende Unterschied zu St. Pauli. «Wir hatten gute Möglichkeiten, aber es fehlte die Konzentration», meinte Fabian Boll, der beim 1:0 im Pokal gegen Leverkusen das Siegtor erzielt hatte.
|