Rostocks Manager Studer vor dem Aus
Rostock (dpa) - 14.06.2007, 12:24 Uhr
Hansa-Trainer Pagelsdorf ist sich wohl nicht grün mit Manager Studer.
Persönliche Machtkämpfe, kein Hauptsponsor und nur ein neuer Spieler: Fußball-Bundesliga-Aufsteiger FC Hansa Rostock versinkt gut zwei Wochen vor dem Trainingsauftakt im Chaos. Der Aufsichtsrat will nun anscheinend die Reißleine ziehen: «Über die Zukunft von Manager Stefan Studer soll am Wochenende entschieden werden», sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Klinkmann der Deutschen Presse-Agentur dpa. Studer solle dann nach seinen Ergebnissen bei den Transfers beurteilt werden, erklärte Klinkmann. Bisher steht nur ein Neuzugang zu Buche. Torhüter Stefan Wächter kommt ablösefrei vom Hamburger SV an die Ostseeküste. Studer scheint bei Hansa auf verlorenem Posten zu stehen, denn auch Klinkmann sagt: «Wenn einer seine Aufgabe nicht erfüllt, müssen wir über personelle Konsequenzen nachdenken. Ich hatte immer gehofft, dass sich Studer und Pagelsdorf zusammenraufen.» Das Verhältnis zwischen dem Manager und Trainer Frank Pagelsdorf scheint jedoch vollkommen zerrüttet. Seit Monaten tobt ein Streit, der nun durch die Entmachtung Studers aus der Welt geschafft werden soll.
Nach Informationen des «kicker» soll der ehemalige Hansa-Trainer Juri Schlünz, der derzeit im Nachwuchsbereich des Vereins arbeitet, neuer Manager werden. «Wir können es uns nicht leisten, eine Million Euro für einen neuen Manager auszugeben», betonte Klinkmann. Studers Position war bereits vor einigen Monaten durch das Ausscheiden seines größten Fürsprechers geschwächt worden: Aufsichtsrats-Vize Wolfgang Holz, den Klinkmann gern als das «Hansa-Portemonnaie» bezeichnet und der als der starke Mann bei den Mecklenburgern galt, hatte sich wegen einer schweren Krankheit aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. Holz hatte Pagelsdorf offen die Meinung gesagt. Nun scheint der Trainer alle Freiheiten zu genießen. «Am Denkmal Pagelsdorf zu rütteln, ist schwer», meinte Klinkmann, der auch den Vorstandsvorsitzenden Dirk Grabow nicht von jeder Schuld beim Streit zwischen Pagelsdorf und Studer freispricht: «Ich kann nicht ausschließen, dass er da zu lieb war.» |