Vucicevic-Show gegen Aue lässt «Löwen» träumen
München (dpa) - 19.12.2006, 11:50 Uhr
Die Mitspieler feiern den dreifachen 1860-Torschützen Nemanja Vucicevic (Nr. 7).
Die Mannschaft im Rausch, der Trainer verzückt und der Drei-Tore-Mann im siebten Fußball-Himmel: Nach der großen Show des Nemanja Vucicevic blühen beim Zweitligisten TSV 1860 München unterm Weihnachtsbaum wieder die Aufstiegsträume. «Wir haben jetzt 28 Punkte, damit können wir in der Rückrunde nochmal angreifen», sprach Coach Walter Schachner den begeisterten Fans nach der 4:0 (3:0)-Gala gegen Erzgebirge Aue aus der Seele. Vucicevic, der die Siegesserie der Sachsen mit drei Treffern und einer Vorlage fast im Alleingang beendet hatte, fasste sich kurz: «Wahnsinn». Der 27 Jahre alte Serbe bescherte sich mit seiner Glanzleistung einen positiven Abschluss eines für ihn frustrierenden Jahres. Wegen eines Dopingvergehens, das ausgerechnet vor dem Aue-Heimspiel im Vorjahr bekannt geworden war, hatte er die Rückrunde der vergangenen Saison komplett verpasst, in dieser Spielzeit verlor er seinen Stammplatz zwischenzeitlich an den 21-jährigen Nicky Adler. Gegen die völlig überforderten Auer jedoch gelang dem eigenwilligen Angreifer alles.
«Es war unser Tag. Ich bin sehr glücklich», gab Vucicevic nach seinem ersten Dreierpack (22./44./76. Minute) als Profi zu Protokoll. «Er hat im Training mehr gearbeitet, dann kommen die Tore von ganz allein», verriet Trainer Schachner das einfache Erfolgsrezept. «Das war unsere beste Saisonleistung. Ein geniales Ergebnis», schwärmte 1860-Torwart Michael Hofmann nach dem vierten Heimsieg in Serie, den Markus Thorandt mit seinem Führungstor (6.) eingeleitet hatte. Minutenlang tanzten die «Löwen» nach dem Spiel vor der Fankurve, Torben Hoffmann ließ im Stil von WM-Held Torsten Frings seine Mitspieler wie Pins beim Bowling umfallen. «Toll, gigantisch. Heute dürfen die Jungs euphorisch sein», sagte Manager Stefan Reuter. Coach Schachner mühte sich bei allem Optimismus auch um kritische Zwischentöne. «Wir haben noch nicht die Kontinuität, um das Woche für Woche zu bringen», warnte der Österreicher. |