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Sponsoren-Streit: 1860 muss Logo entfernen

München (dpa) - 19.07.2006, 18:18 Uhr

Stefan Reuter (r) mit dem umstrittenen Trikot der «Löwen».
Stefan Reuter (r) mit dem umstrittenen Trikot der «Löwen».

Die Fußball-Profis des TSV 1860 München dürfen ab sofort nicht mehr in den umstrittenen Trikots mit dem Aufdruck «bwin.de» auftreten.

Die Stadt München hat im Sponsoren-Streit mit dem Zweitligisten eine entsprechende Unterlassungsverfügung gegen die «Löwen» erlassen. Der Verein muss die Werbung für den privaten Sportwettenanbieter «betandwin» demnach vom Dress entfernen.

Der Chef des Münchner Kreisverwaltungsreferats (KVR), Wilfried Blume-Beyerle, bestätigte Medienberichte, wonach dem Verein bei Nichtbeachtung ein Zwangsgeld von 50 000 Euro droht. Die Verfügung sei nach einer entsprechenden Weisung der Bezirksregierung von Oberbayern erlassen worden, sagte Blume-Beyerle.

Der TSV 1860 München hat den Erhalt einer Unterlassungsverfügung der Bezirksregierung von Oberbayern bestätigt und wird beim Testspiel gegen den Würzburger FV ohne Trikotwerbung antreten. Der Verein habe einen Monat Zeit, gegen die Verfügung vorzugehen, teilte Geschäftsführer Stefan Ziffzer in einer Presseerklärung des Clubs mit.

Die Bezirksregierung hatte ihre Weisung damit begründet, dass private Wettbüros und auch das Werben dafür unzulässig seien. Die «Löwen» können gegen die Verfügung der Stadt Widerspruch einlegen. Dieser hat aber keine aufschiebende Wirkung, wie Blume-Beyerle erläuterte. Sollte ein solcher Widerspruch, wie zu erwarten sei, von der Bezirksregierung abgewiesen werden, könnte der Verein beim Verwaltungsgericht München klagen. «Es ist eine schwierige Rechtslage, letztlich werden die Gerichte entscheiden», sagte der KVR-Chef.


Die Eskalation im Sponsoren-Streit kam nicht unerwartet. Bereits Anfang der Woche war die Münchner Staatsanwaltschaft beim ersten Training der «Löwen» mit der umstrittenen Trikotwerbung auf dem Vereinsgelände erschienen. Sie beobachtete das Geschehen und filmte es. «Wir müssen mit allem rechnen», hatte 1860-Manager Stefan Reuter geahnt. 1860-Geschäftsführer Stefan Ziffzer sieht die «Löwen» jedoch im Recht. Seiner Meinung nach steht die Rechtsauffassung in ganz Europa gegen die Bayerische Staatsregierung. «Sie ist mit dem EU-Recht nicht vereinbar», meinte der Volkswirt.

Die «Löwen» wollen unbedingt am Millionen-Vertrag mit dem Wettanbieter festhalten. Die Finanzspritze des Unternehmens hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass die finanziell angeschlagenen Münchner von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Lizenz für die neue Saison erhalten haben. Unterstützung erhalten sie vom Bundesligisten Werder Bremen, dessen neuer Hauptsponsor ebenfalls «betandwin» ist.

Bayern macht beim Werbeverbot für private Sportwetten nicht nur gegenüber dem TSV 1860 München Druck. Innenstaatssekretär Georg Schmid (CSU) kündigte im Landtag auch ein schärferes Vorgehen gegen das Deutsche Sportfernsehen (DSF) an, das ebenfalls Werbung für «betandwin» macht. Das Wissenschaftsministerium werde das Werbeverbot gegenüber dem Sender jetzt direkt durchsetzen, nachdem die Landeszentrale für neue Medien (BLM) dies nicht getan habe, sagte Schmid. «In Bayern wird Recht und Gesetz durchgesetzt.»

Noch in dieser Woche werde man dem DSF und möglichen anderen Sendern entsprechende Schritte ankündigen, sagte Schmid. Nach einer kurzen Äußerungsfrist werde noch im Juli ein entsprechender Bescheid erlassen. Nach Ansicht der CSU-Staatsregierung sind private Sportwetten illegal, weil sie gegen das Wettmonopol des Staates verstoßen. «Wer dafür wirbt, macht sich strafbar», sagte Schmid.

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