Die Eskalation im Sponsoren-Streit kam nicht unerwartet. Bereits Anfang der Woche war die Münchner Staatsanwaltschaft beim ersten Training der «Löwen» mit der umstrittenen Trikotwerbung auf dem Vereinsgelände erschienen. Sie beobachtete das Geschehen und filmte es. «Wir müssen mit allem rechnen», hatte 1860-Manager Stefan Reuter geahnt. 1860-Geschäftsführer Stefan Ziffzer sieht die «Löwen» jedoch im Recht. Seiner Meinung nach steht die Rechtsauffassung in ganz Europa gegen die Bayerische Staatsregierung. «Sie ist mit dem EU-Recht nicht vereinbar», meinte der Volkswirt. Die «Löwen» wollen unbedingt am Millionen-Vertrag mit dem Wettanbieter festhalten. Die Finanzspritze des Unternehmens hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass die finanziell angeschlagenen Münchner von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Lizenz für die neue Saison erhalten haben. Unterstützung erhalten sie vom Bundesligisten Werder Bremen, dessen neuer Hauptsponsor ebenfalls «betandwin» ist. Bayern macht beim Werbeverbot für private Sportwetten nicht nur gegenüber dem TSV 1860 München Druck. Innenstaatssekretär Georg Schmid (CSU) kündigte im Landtag auch ein schärferes Vorgehen gegen das Deutsche Sportfernsehen (DSF) an, das ebenfalls Werbung für «betandwin» macht. Das Wissenschaftsministerium werde das Werbeverbot gegenüber dem Sender jetzt direkt durchsetzen, nachdem die Landeszentrale für neue Medien (BLM) dies nicht getan habe, sagte Schmid. «In Bayern wird Recht und Gesetz durchgesetzt.» Noch in dieser Woche werde man dem DSF und möglichen anderen Sendern entsprechende Schritte ankündigen, sagte Schmid. Nach einer kurzen Äußerungsfrist werde noch im Juli ein entsprechender Bescheid erlassen. Nach Ansicht der CSU-Staatsregierung sind private Sportwetten illegal, weil sie gegen das Wettmonopol des Staates verstoßen. «Wer dafür wirbt, macht sich strafbar», sagte Schmid.
 |