Cottbus feiert noch nicht
Fürth (dpa) - 25.04.2006, 12:11 Uhr
Die Cottbusser Mannschaft feiert das 1:1 gegen Greuther Fürth.
Der Aufstieg in die Bundesliga ist praktisch perfekt, aber Petrik Sander will noch nicht an das Lausitzer «Fußball-Wunder» glauben. Nach dem 1:1 bei der SpVgg Greuther Fürth, mit dem Energie Cottbus den Sechs-Punkte-Vorsprung auf den fränkischen Verfolger behauptete, lehnte der Trainer sämtliche Glückwünsche ab. «Wir haben aus einer guten eine sehr gute Ausgangsposition gemacht», sagte Sander, dem das Wort «Aufstieg» aber immer noch nicht über die Lippen kam: «Was ist, wenn wir die restlichen drei Spiele verlieren? Ich denke jetzt erst mal an die Partie gegen Dresden.» Als die dramatische Schlussphase des zuvor mäßigen Aufstiegsduells vorbei war, fielen sich die Cottbuser Spieler jubelnd um den Hals. «Das war ein Riesenschritt Richtung Bundesliga», sagte Kapitän Gregg Berhalter. Der amerikanische Nationalspieler hatte Cottbus per Foulelfmeter vier Minuten vor Spielende den Punkt gerettet und vor der ersten Auswärtsniederlage seit einem halben Jahr bewahrt. «Jetzt sind wir ganz, ganz nah dran», sagte Stürmer Francis Kioyo.
Sander fand nach einem kurzen Luftsprung schnell auf den Boden der Tatsachen zurück und untersagte eine feucht-fröhliche Heimreise: «Wir haben noch nichts erreicht». Die rund 1000 Energie-Fans probten mit «Nie mehr 2. Liga»-Gesängen derweil schon die bevorstehende Aufstiegsparty. Ausgerechnet im brisanten Ostderby gegen Dynamo Dresden am 3. Mai wollen die Lausitzer drei Jahre nach dem Abstieg die Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs feiern. Nur wenige Meter neben den jubelnden Cottbuser Profis standen die Fürther wie versteinert auf dem grünen Rasen und blickten fassungslos ins Leere. Nach der Führung durch Andrej Mijatovic (31.) hatte sie ein fragwürdiger Strafstoß aus allen Aufstiegsträumen gerissen. «Es ist mehr als unglücklich, wenn man durch so einen Elfmeter nicht zum Sieg kommt», klagte Trainer Benno Möhlmann. «Das tut weh», gestand Präsident Helmut Hack, «mit einem Sieg hätten wir noch ein spannendes Finale erlebt. Diese Möglichkeit wurde uns genommen.» |