Cottbus vor letzter Hürde
München (dpa) - 20.04.2006, 13:16 Uhr
Der Cottbuser Trainer Petrik Sander gestikuliert während eines Spiels.
Alemannia Aachen und der VfL Bochum starten zu ihrer umjubelten Abschiedstournee, der TSV 1860 München steht dagegen mit einem Bein am Abgrund. Nicht nur wegen des Überlebenskampfes des Traditionsvereins beherrscht vier Spieltage vor Saisonende die Abstiegsfrage das Geschehen in der 2. Fußball-Bundesliga. Am 31. Spieltag kommt es mit den Partien Dynamo Dresden - 1. FC Saarbrücken sowie Kickers Offenbach - SpVgg Unterhaching gleich zu zwei Keller- Duellen. Fast schon alles klar ist im Aufstiegsrennen: Neben den Bundesliga-Rückkehrern Aachen und Bochum hat Energie Cottbus als Tabellendritter die besten Karten auf den Sprung ins Oberhaus. Eine finanzielle Gratwanderung, nur zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und jede Menge Misstöne - vor dem Liga-Finale wird 1860 München immer mehr zum Chaos-Club. «Einige bei uns sind nur auf dem Papier Profi», schimpfte Trainer Walter Schachner nach dem 0:3 bei Erzgebirge Aue. Vor dem Heimspiel gegen den auf seine letzte Aufstiegschance lauernden Karlsruher SC gingen die «Löwen» sogar ins Trainingslager. «Für den Verein geht es in den nächsten Wochen um die Existenz», begründete Manager Stefan Reuter den Schritt.
Existenzängste herrschen vor dem Endspurt auch in Dresden: Bei vier Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz hilft den Sachsen daheim gegen die Konkurrenz aus Saarbrücken nur ein Sieg. Trainer Peter Pacult muss aber auf Maik Wagefeld (Meniskusverletzung) verzichten. Nach vier Spielen ohne Niederlage hofft Offenbach gegen Unterhaching auf den fünften Heimsieg. Düster sieht es bei LR Ahlen aus: Das Team ist vor dem Auftritt bei Hansa Rostock sechs Punkte vom rettenden Ufer entfernt. Nur noch theoretische Chancen auf den Klassenverbleib haben die Sportfreunde Siegen, die beim SC Freiburg antreten. Zudem spielen Eintracht Braunschweig und Aue. Der fünfte direkte Wiederaufstieg ist geschafft, nun will Bochum die Bundesliga-Rückkehr auch mit seinen Fans feiern. Gegen Wacker Burghausen ist Party angesagt, doch der neue Manager Stefan Kuntz blickt schon nach vorne: «Jetzt geht die Arbeit los. Wir müssen im Rahmen unseres Etats Leute finden, die zu uns passen.» Aachen startet beim SC Paderborn seine Abschiedstournee vom Unterhaus. Folgen will den West-Clubs Cottbus, doch Trainer Petrik Sander warnt vor verfrühter Euphorie: «Es besteht überhaupt kein Grund abzuheben.» Beim «Aufstiegsgipfel» beim Tabellenvierten SpVgg Greuther Fürth können die Lausitzer aber fast schon die letzte Hürde nehmen. Für die Franken, die beim 0:1 in Saarbrücken drei Punkte vergaben, geht es um die allerletzte Chance im Aufstiegskampf. «Wir können nur noch gewinnen», sagt Trainer Benno Möhlmann.
|