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1860-Sponsor droht mit Ausstieg

München (dpa) - 19.04.2006, 14:00 Uhr

Löwen-Trainer Walter Schachner kann das Spiel seiner Mannschaft nicht mehr sehen.
Löwen-Trainer Walter Schachner kann das Spiel seiner Mannschaft nicht mehr sehen.

Der sportlich und finanziell schwer angeschlagene TSV 1860 München gerät immer mehr unter Druck.

Der Hauptsponsor Festina des abstiegsgefährdeten Fußball-Zweitligaclubs drohte in Interviews mit mehreren Münchner Zeitungen erneut mit dem Ausstieg des spanischen Uhrenherstellers, wenn sich die «Löwen»-Profis in den verbleibenden vier Spielen bis zum Saisonende nicht steigern sollten. «Wenn gegen Karlsruhe dasselbe Possenspiel wie in letzter Zeit abläuft, werden wir danach unverzüglich unsere Marke vom Trikot nehmen», sagte Manfred Stoffers, Geschäftsführer von Festina-Deutschland, der «Abendzeitung».

Er würde das Logo notfalls «höchstpersönlich mit der Nagelschere aus jedem Trikot rausschneiden», betonte Stoffers. Über eine Fortsetzung des Engagements des Geldgebers über die aktuelle Spielzeit hinaus will er angesichts der misslichen sportlichen Lage derzeit gar nicht nachdenken. «Ich kaufe ja auch kein Haus im Bombenhagel. Wir wissen ja momentan nicht mal, über was wir reden müssen: Zweite Liga oder Regionalliga», sagte er.

Das Hauptproblem des Clubs, der vier Spieltage vor Saisonende nur noch zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge hat, sieht der Geschäftsmann in der mangelnden Aufopferungsbereitschaft der Profis, die er als «Provinz-Primadonnen, selbstverliebte Herrschaften und Wanderschauspieler» abkanzelte. Stoffers forderte die Vereinsführung auf, «den Spielern jetzt mal kraftvoll in den Hintern zu treten».

Mit der Suspendierung von Marco Gebhardt hat der Club ein erstes Zeichen gesetzt. Angeblich hat der 33-jährige Mittelfeldspieler das Trainingslager der Sechziger in dieser Woche in Salzburg boykottiert und wurde deshalb bis Samstag bei den Profis ausgemustert. «Wir hatten bei ihm nicht den Eindruck, dass er begriffen hat, worum es geht», sagte Manager Stefan Reuter.

Bei den Finanzproblemen des Traditionsclubs ist womöglich eine Lösung in Sicht. Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» soll der Vermarkter IMG dem Verein 10 bis 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Eine späte Rückzahlungsfrist (frühestens 2016) soll dem TSV 1860 dabei entgegen kommen. IMG erhalte demnach als Sicherheit Anteile an der Stadion-GmbH der Allianz Arena. «Löwen»- Geschäftsführer Stefan Ziffzer hatte Anfang der Woche mit Blick auf die Lizenzerteilung durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auf die angespannte Finanzlage des Clubs hingewiesen: «Wenn wir bis Ende Mai die derzeitige Finanzlücke von ungefähr acht bis zehn Millionen Euro nicht abdecken können, kann uns die DFL die Lizenz nicht geben.»


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