Alemannia und Bochum im Aufstiegstaumel
München (dpa) - 17.04.2006, 22:07 Uhr
Aachen und Bochum haben den Aufstieg geschafft.
Alemannia Aachen und der VfL Bochum im Aufstiegstaumel, blühende Erstliga-Träume bei Energie Cottbus: schon vier Spieltage vor dem Saisonende haben Aachen und Bochum die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Damit haben sie nicht nur sich selbst, sondern eine ganze Region in Euphorie versetzt. «Nach 36 Jahren Diaspora sehen wir jetzt wieder das Licht», jubelte Aachens Präsident Horst Heinrichs. «Jetzt können wir uns endlich wieder mit den Größten messen.» Bochum sicherte sich den direkten Wiederaufstieg durch das 2:0 (1:0) am Montagabend in Aachen. Durch die Patzer der Konkurrenz hatten die Alemannen schon vor dem Spitzenspiel den Aufstieg perfekt gemacht. «Wahnsinnig, ohne etwas zu tun», jubelte Torjäger Marius Ebbers über den endlich gelungenen Coup 36 Jahre nach dem Abstieg aus der Bundesliga. «Jetzt lassen wir die Sau raus», sagte Erfolgstrainer Dieter Hecking. Nachdem die Bochumer den letzten noch zum Aufstieg benötigten Punkt holten, starteten die Fans am Aachener Tivoli eine doppelte Aufstiegssause.
Während in Aachen die Sektkorken knallen, verfällt der TSV 1860 München nach bisher nur acht Punkten in der gesamten Rückrunde in tiefe Depression. Vor der Saison noch als Aufstiegsfavorit gehandelt, müssen die auch finanziell angeschlagenen «Löwen» bei nur noch zwei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz im Liga-Finale regelrecht ums Überleben kämpfen. «Das war eine Demütigung», sagte «Löwen»-Profi Matthias Lehmann nach dem 0:3 bei Erzgebirge Aue. Doch der glücklose Coach Walter Schachner gibt sich kämpferisch: «Ich werde sicher nicht das Handtuch werfen. Ich werde versuchen, das Schiff zu retten.» Nicht nur Aachen und Bochum, auch der Tabellendritte Energie Cottbus profitierte am 30. Spieltag von den Ausrutschern der Konkurrenten Karlsruher SC (1:1 im Heimspiel gegen Kickers Offenbach) und SpVgg Greuther Fürth (0:1 beim 1. FC Saarbrücken). «Jeder, der lesen kann, weiß, dass wir gute Aussichten haben», sagte Energie- Trainer Petrik Sander nach dem 2:0-Heimsieg am Gründonnerstag gegen den erneut enttäuschenden Bundesliga-Absteiger Hansa Rostock. Sechs Punkte Vorsprung haben die Lausitzer nun schon vor ihren Verfolgern, am kommenden Montag steht das Aufstiegsduell in Fürth an. |