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Aachen nach 36 Jahren wieder erstklassig

Aachen (dpa) - 16.04.2006, 20:15 Uhr

Nach Spielende feierte Klitzpera mit Rösler auf seinen Schultern mit den Fans.
Nach Spielende feierte Klitzpera mit Rösler auf seinen Schultern mit den Fans.

Mit spontanen Jubelfeiern, Autokorsos durch die Stadt und lauten Schlachtgesängen haben Profis, Verantwortliche und Fans von Alemannia Aachen die Rückkehr des Traditionsvereins in die Fußball-Bundesliga zelebriert.

36 Jahre nach dem Abstieg gehört der Zweitligist wieder zu den 18 besten deutschen Clubs. «Nachdem wir jetzt auch rein rechnerisch durch sind, freuen wir uns wie wild. Das ist fantastisch, das ist das Größte, das ist einfach super», fasste Vereinspräsident Horst Heinrichs beim österlichen Kaffeetrinken im Familienkreis die Gefühlslage bei der Alemannia zusammen. «Ja, jetzt dürfen alle gratulieren. Das werden wir jetzt restlos genießen.»

Die sportliche Leitung der Aachener mit Trainer Dieter Hecking und Sportdirektor Jörg Schmadtke war Augenzeuge, als der 1. FC Saarbrücken die SpVgg Greuther Fürth mit 1:0 besiegte und die Alemannia damit schon am Tag vor dem Top-Duell gegen den VfL Bochum als erster Aufsteiger für die Saison 2006/2007 feststand. «Ich freue mich riesig, dass es dieses Jahr so wahnsinnig gut geklappt hat. Die Mannschaft wird heute feiern, morgen Charakter zeigen und eine gute Leistung gegen den VfL Bochum abrufen», sagte Hecking beim Pay-TV-Sender Premiere. Hecking: «Jetzt lassen wir die Sau raus.»

Schmadtke wollte nur noch ins Auto, «schnell nach Aachen und feiern». Ein Teil der Spieler hatte sich im Aachener Innenstadt-Café «Madrid» zum gemeinsamen Fernsehschauen getroffen. Beim Führungstreffer der Saarbrücker gegen Fürth gab es den ersten spontanen Jubel und nach dem Schlusspfiff fast kein Halten mehr: «Wahnsinnig, ohne etwas zu tun», sagte Torjäger Marius Ebbers. Eine erste Flasche Sekt war geleert, bevor die Fans das Café regelrecht stürmten und sich auf den Straßen der Kaiserstadt ein erster Autokorso bildete. «Wir sind unglaublich stolz, dass wir das schon fünf Spiele vor Saisonende geschafft haben», sagte Ebbers' Sturmkollege Jan Schlaudraff.

Mit schwarz-gelben Vereinsfahnen und mit Schals geschmückte Autos fuhren hupend durch die Innenstadt. Menschen in voller Fan-Montur zogen singend durch die Straßen: «Nie mehr zweite Liga», skandierten sie. In der Stammkneipe von Fans und Spielern kochte die Stimmung nach der TV-Übertragung fast über. «Wir woll'n euch tanzen sehen, wir woll'n euch tanzen sehen», forderten die Fans in guter Tivoli-Tradition und verwandelten die Kneipe in ein Meer von geschwenkten Alemannia-Schals.

Die Polizei rechnete für den Abend mit einer Großansammlung von feiernden Menschen. Viele seien auf dem Weg in die Aachener Innenstadt, sagte ein Polizeisprecher. Straßen zum Aachener Markt seien abgesperrt worden. Das zweite Zentrum der spontanen Feten lag im Viertel der Studentenkneipen.


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