Dietrich mit 57,2 Prozent zum VfB-Präsidenten gewählt

09.10.2016, 18:11 Uhr
Dietrich mit 57,2 Prozent zum VfB-Präsidenten gewählt
Die Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart findet in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle statt. Foto: Deniz Calagan

Stuttgart (dpa) - Wolfgang Dietrich ist im ersten Wahlgang zum Präsidenten des VfB Stuttgart gewählt worden. Bei der Mitgliederversammlung des Fußball-Zweitligisten bekam er 57,2 Prozent der abgegebenen knapp 3000 Stimmen.

«Ich nehme die Wahl an und ich danke euch für euer Vertrauen», sagte der Unternehmer und ehemalige Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart 21 in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle.

Der 68-Jährige wurde nach der Wahl mit viel Applaus, aber auch lauten Pfiffen auf der Bühne begrüßt. «Ich verspreche Euch, dass ich alles tun werde, der Präsident aller zu sein. Auch von denen, die mich heute Spalter rufen - und die sich selber fragen sollten, wer eigentlich spaltet», sagte Dietrich. Er ist damit Nachfolger von Bernd Wahler, der im Mai nach dem Abstieg aus der Bundesliga zurückgetreten war.

Mit einer nüchternen Rede, die sich auf Argumente und nicht auf Emotionen konzentrierte, warb Dietrich zuvor um die Stimmen der Mitglieder. «Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir den Blick nach vorne richten müssen», appellierte er an die Fans. Die hatten schon zu Beginn von Dietrichs Rede sowohl laut applaudiert als auch gebuht. Dietrich sagte: «Lasst uns bitte der Verein sein, der nicht geschwächt aus einem Abstieg hervorgeht, sondern gestärkt.»

Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat hatten die Mitglieder die Entlastung zuvor erneut verweigert. 52,1 Prozent der stimmberechtigten VfB-Anhänger entschieden sich gegen diesen formellen Akt zugunsten von Finanzvorstand Stefan Heim, Marketingvorstand Jochen Röttgermann und der inzwischen nicht mehr amtierenden Ex-Vorstände Robin Dutt und Bernd Wahler. Auch die Aufsichtsräte Wilfried Porth, Martin Schäfer, Hartmut Jenner und die zurückgetretenen Edoardo Garcia und Joachim Schmidt bekamen für ihre Arbeit im Jahr 2015 keine Mehrheit (54,6 Prozent Nein-Stimmen).

Unmittelbare Konsequenzen ergeben sich aus einer verweigerten Entlastung nicht. Die Mitglieder halten dem Verein damit lediglich die theoretische Möglichkeit offen, Schadensersatzansprüche gegen die Vertreter der jeweiligen Gremien geltend zu machen.

Dabei ist der Verein wirtschaftlich gut aufgestellt. Trotz der sportlichen Talfahrt im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete der VfB mit einem Plus von rund zwei Millionen Euro das zweite Mal nacheinander einen Gewinn. In der Bilanz erfasst ist allerdings nur die Hinrunde aus der Abstiegssaison. Der Umsatz machte von 107,7 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014 zu 125,5 Millionen Euro 2015 einen deutlichen Sprung und war damit so hoch wie in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr. Das Vermögen des VfB vergrößerte sich von 9,6 Millionen auf 11,6 Millionen Euro.

Stolz war Heim vor allem darauf, wie der VfB den Abstieg in die 2. Liga wirtschaftlich aufgefangen hat. In dieser Spielzeit muss der Club im Vergleich zur vergangenen Erstliga-Saison mit 43 Prozent weniger Einnahmen zurechtkommen. «Wenn man die Zahlen sieht, ist das mehr als gut gelungen», sagte Heim.

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