Eintracht Braunschweig verliert durch Heim-Remis den Anschluss an die Aufstiegsränge

29.02.2016, 12:32 Uhr
Eintracht Braunschweig verliert durch Heim-Remis den Anschluss an die Aufstiegsränge
Eintracht Braunschweig verliert durch Heim-Remis den Anschluss an die Aufstiegsränge
Braunschweig, 29.02.2016 (von unserem Autor Juro)

Knapp 20.000 Zuschauer sahen im Zweitliga-Spiel zwischen Eintracht Braunschweig und dem FSV Frankfurt ein torloses Spiel, dass in der ersten Halbzeit recht attraktiv und unterhaltend war, nach der Pause aber immer mehr verflachte. Obwohl die Hausherren unbedingt einen Heimsieg einfahren wollten, um den Anschluss auf die Spitzengruppe nicht zu verlieren, fehlten ihnen trotz leichtem Übergewicht im Spiel schließlich die Mittel in der Offensive, um die stabile Abwehr der Hessen wenigstens einmal entscheidend überwinden zu können.

Nach dem aus Braunschweiger Sicht eher enttäuschendem Spiel in Karlsruhe, in dem man 2 Punkte hatte liegen lassen, testete Eintrachts Trainer Lieberknecht ein neues Sturmduo. Statt Ademi und Hochscheidt liefen Kumbela und der 18jährige Nachwuchsstürmer Tietz auf, der in seinem Debut die Überraschung des Spiels werden sollte. Braunschweig startete erneut nicht im gewohnten 3-4-3-System, sondern mit Viererkette in der Abwehr, da Abwehrchef Correia nach Verletzung noch nicht wieder fit für 90 Minuten war. Matuschyk auf der Sechs wurde von Pfitzner ersetzt, der einmal wieder eine Chance von Anfang an erhielt. Auf FSV-Seite startete im Sturm Dedic für den gesperrten Schahin und Kruska für den nun Langzeitverletzten Zimling im Mittelfeld.

Zur Überraschung der Zuschauer legte nicht der Gastgeber forsch los, sondern die Gäste aus der Mainstadt. Sie suchten sofort ohne viele Schnörkel den Abschluss, wie gleich in der zweiten Minute mit Hubers (harmlosen) Kopfball nach einer Ecke von rechts. Danach wurde es brenzliger, aber Safis Freistoß mit Nachschuss-Möglichkeit in der vierten Spielminute und Yanns Schuss (8. Minute) brachten keinen Erfolg. Danach antwortete die Eintracht, deren Stürmer sich nun mehrfach in Szene setzen konnten. Frech war dabei gleich der junge Tietz, der in der 9. Minute einen Schuss ansetzte. Sturmpartner Kumbela machte es ihm nach, traf allerdings drei Minuten später nach einer Ecke von Boland nur das Außennetz. Zwischendurch köpfte Decarli in der 11. Minute nach einem Eckball von Boland freistehend über das FSV-Gehäuse. Die Löwen nahmen das Heft des Spiels in die Hand und spielten geschickt über die Außenbahnen. Daraus resultierte eine zweite große Chance für Tietz (17. Minute). Die Außenverteidiger des FSV wurden mehr und mehr durch die schnellen und trickreichen blau-gelben Flügelspieler Holtmann, Khelifi und Ofosu-Ayeh schwindelig gespielt, ohne dass aber durch Ungenauigkeiten bei abschließenden Flanken und Zuspielen in den Strafraum zwingende Chancen im Zentrum entstanden.

Der BTSV vernachlässigte dabei, nun immer mutiger werdend, ein wenig die Defensive. Dies wäre fast in der 31. Minute bestraft worden, als die Frankfurter durch einen abgefälschten Schuss von Kalmar beinahe in Führung gegangen wären. Wütend antworteten die Löwen und verhinderten ein mögliches eigenes Tor selbst. Khelifi hatte nach feiner Vorarbeit von rechts die Schusschance in ein leeres Frankfurter Tor, traf aber beim Versuch den eigenen Stürmer Tietz, von dem der Ball knapp neben den rechten Pfosten ins Toraus prallte (33. Minute). Tietz wollte es 10 Minuten später besser machen, scheiterte aber – dicht vor dem Torwart stehend – mit einem überraschendem Hacken-Kick an FSV-Keeper Weis. Die Vorarbeit lieferte mit einem unwiderstehlichen Lauf Holtmann von der linken Seite. In der 43. Minute versuchte dann noch Boland mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, der aber das Gehäuse links verfehlte. Noch einmal setzte Holtmann in der 44. Minute einem Mitspieler in Szene, aber Innenverteidiger Baffo köpfte über das Weis-Tor. So ging es ohne Torerfolg für beide Teams in die Pause.

Nach der vielversprechenden ersten Hälfte sahen die Zuschauer eine zweite Halbzeit, die viel zu wünschen übrig ließ. Weniger Tempo und Spielwitz wurde geboten, zudem unterliefen den blau-gelben Kickern zu viele Fehlpässe nach eigenem Ballgewinn. Zudem verpuffte das gelungene Eintracht-Flügelspiel weiterhin am und im Strafraum des Gegners. Zudem spielten Flügelspieler wie Holtmann nun zu eigensinnig, liefen sich auch selbst in entscheidenden Situationen fest. So Holtmann in der 55. Spielminute, der nach schönem Durchspiel über Außen in den Strafraum kurz vor Abschluss noch von den FSV-Innenverteidigern geblockt werden konnte. Die vielen Eintracht-Ecken - zumeist ohne Effekt kurz gespielt - brachten ebenfalls keinen Ertrag.

So blieb es schließlich dem Newcomer Tietz vorbehalten, noch für etwas Aufregung im Spiel zu sorgen. Der beim BTSV eingewechselte Omladic flankte in der 66. Minute auf das Braunschweiger Sturmtalent, das sofort den Abschluss suchte. Danach konnten die Frankfurter das Spiel noch mehr beruhigen und spielten die Zeit herunter. So gab es nur noch eine nennenswerte Chance durch Omladics Freistoß in der Nachspielzeit, die aber eine sichere Beute von Keeper Weis wurde.

FSV-Trainer Oral war nach dem Spiel mit seiner Mannschaft und dem Ergebnis zufrieden, sprach von einer gerechten Punkteteilung. BTSV-Coach Lieberknecht betonte, dass man sich gegen die Frankfurter mehr vorgenommen hätte. Besonders lobte er den Auftritt des Nachwuchsstürmers Tietz, der als echter „Braunschweiger“ vor eigenem Publikum einen gelungenen Einstand gefeiert habe.

In der kommenden englischen Woche hat die Eintracht in einem 6-Punkte-Spiel gegen einen direkten Wettbewerber um einen Aufstiegsplatz nun das schwere Auswärtsspiel beim FC St. Pauli vor der Brust, während sich der FSV nach dem gewonnenen Punkt an der Oker nun den Abstiegskandidaten aus Duisburg empfängt.

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Gikiewicz – Ofosu-Ayeh, Baffo, Decarli, Reichel – Khelifi (78. Ademi), Boland, Pfitzner (65. Omladic), Holtmann – Tietz, Kumbela (64. Hochscheidt)

Aufstellung FSV Frankfurt:

Weis – Huber, Barry, Ballas, Safi – Yann, Kruska, Perdedaj, Kalmar – Dedic (68. Pires), Awoniyi