Mainz legt Makel des «Unaufsteigbaren» ab
Mainz (dpa) - 23.05.2004, 17:52 Uhr
Die Mainzer Spieler jubeln nach dem Tor zum 2:0.
Die Fans stürmten den Rasen, der Trainer weinte hemmunglos vor Glück: Der FSV Mainz hat den Makel des «Unaufsteigbaren» abgelegt und nach drei gescheiterten Versuchen zum ersten Mal den Sprung in die Fußball-Bundesliga geschafft. Die Rheinhessen von Coach Jürgen Klopp gewannen zum Kehraus in der 2. Liga vor 18 700 begeisterten Zuschauern eine packende Partie mit 3:0 (1:0) durch die Tore von Abgänger Michael Thurk (23./66.) und Manuel Friedrich (67.) gegen Eintracht Trier. «Wir werden Gas geben ohne Ende und alles auf den Kopf stellen», kündigte der von seinem Spielern mit Schampus geduschte Coach Klopp bereits mit Blick auf das Debüt im Oberhaus an. «Wir sind so geil auf diese Liga.» Die Mainzer, die in den vergangenen beiden Jahren den schon sicher geglaubten Aufstieg beim Saisonfinale jeweils verspielt hatten, überholten Alemannia Aachen und sicherten sich den dritten Platz hinter dem 1. FC Nürnberg und Arminia Bielefeld und vor dem punktgleichen FC Energie Cottbus.
«Wir haben es uns einfach verdient nach den letzten beiden Jahren», meinte der überglückliche Präsident Harald Strutz und rang nach Fassung. Binnen weniger Minuten nach dem erlösenden Schlusspfiff war der Rasen voll mit Fans, die ihre Aufstiegs-Helden feierten. «Das ist überragend, wenn man sieht, was hier los ist, ein geiles Gefühl», sagte Christof Babatz. «Es ist schön, dass der Fußball-Gott auf unserer Seite ist.» In der Kabine floss der Sekt und die Spieler skandierten: «Nie mehr 2. Liga, nie mehr, nie mehr». «Heute werden wir uns richtig gehen lassen», kündigte U-21-Nationalspieler Benjamin Auer an. Die offizielle Feier findet vor dem Staatstheater in Mainz statt. Nur einer konnte sich «nicht richtig freuen»: Doppeltorschütze Thurk, der zu Energie Cottbus wechselt, weinte bittere Tränen nach dem Schlusspfiff. «Es ist eine beschissene Lage für mich. Ich musste ja nicht hier weg, sondern wollte nach Cottbus.» Doch Coach Klopp hält seinem Goalgetter alle Tore offen: «Wenn er nicht so glücklich ist - wir nehmen ihn wieder. Er hat es sich verdient.» |