Braunschweig hält sich Lautern vom Leib

15.03.2013, 06:47 Uhr
Braunschweig hält sich Lautern vom Leib
Domi Kumbela (r) rettete Braunschweig einen Punkt gegen Kaiserslautern. Foto: Peter Steffen

Braunschweig (von unserm Autor Juro)

Nach zwei Niederlagen in Folge beendete der Zweitliga-Tabellenzweite Eintracht Braunschweig seine Mini-Negativserie im Topspiel daheim im Eintracht-Stadion gegen den Tabellendritten 1.FC Kaiserslautern und hielt den Rivalen auf den direkten Aufstieg in die erste Bundesliga mit einem 1:1-Unentschieden weiterhin deutlich auf Distanz. Damit scheiterte der Versuch der roten „Teufel“ vom Betzenberg, bis auf 8 Punkte an die blau-gelben „Löwen“ heranzurücken.

Die Verletztenmisere der Eintracht reißt nicht ab, aber trotzdem schafft es Eintracht-Trainer Lieberknecht immer wieder, ein stabiles und hochkonzentriertes Team auf den Rasen zu schicken. Nach den Ausfällen der Stammkräfte Kruppke und Correia fiel diesmal der defensive Mittelfeldabräumer und Spiellenker Kratz aus, der vom hochmotivierten Vrancic ersetzt wurde. Sein Nebenmann Theuerkauf lief trotz eines Mittelhandbruches auf, musste aber zu Beginn des Spieles schon nach kurzer Zeit den angestammten linken Aussenverteidiger Reichel ersetzen, der wohl bis Ende der Saison mit einem Innenbandriss ausfällt. Der FCK-Coach Foda ließ die beiden zuletzt enttäuschenden Heintz und Köhler auf der Bank schmoren und berief Simunek und Borysiuk in die Startelf.

Lieberknecht hatte, um die Eintracht-Mannschaft von Anfang an in Ruhe zu bringen, seinem Team zuerst eine eher defensivere Taktik verordnet. So hatten die „Teufel“ anfangs eine optische Überlegenheit, mit der sie aber nicht allzuviel anzufangen wussten. Dabei ergab sich für die Lautern-Spitze Idrissou eine sehr gefährliche Gelegenheit, die der Torjäger aber mit dem Kopf kläglich vergab – anstatt direkt mit dem Fuß abzuziehen (5. Minute). Fünf Minuten später musste Braunschweig bereits auswechseln, denn Reichel hatte sich bei einem Zweikampf am eigenen Strafraum schwer verletzt. Theuerkauf rückte fortan auf dessen Außenverteidigerposition. Für das Mittelfeld wechselte Lieberknecht nun das erste Mal seit längerer Zeit wieder Pfitzner ein. In diesem Bereich spielte sich bis zur 32. Minute nun auch ein Großteil des Spiels ab, in dem mehr und mehr nun Eintracht Braunschweig die Regie übernahm. Zum Teil wurde die Partie von beiden Seiten sehr hart geführt – und der Schiedsrichter verteilte auf beiden Seiten öfters den gelben Karton. So ergab sich nach einem taktischen Foul direkt vor dem FCK-Strafraum in der 32. Spielminute die größte Chance der Eintracht bisher durch einen Freistoss von Abwehrchef Dogan, der Sippel im Kasten der Pfälzer zu einer Glanzparade zwang. Der Keeper boxte spektakulär den schön ausgeführten Standard aus dem linken Eck seines Tores.

Dies war der Auftakt zu einer rasanteren Partie für die Zuschauer im ausverkauften Rund, bei der es nun hin und her ging. Dabei waren auf Seiten der Blau-Gelben vor allen Dingen der immer wieder rochierende Stürmer Kumbela und der Spielgestalter Vrancic auffällig, die einige herrliche Aktionen hatten. So fand Kumbela in der 39. Minute mit einem Steilpass Manchester-Neuzugang Elabdellaoui in Alleinstellung vor dem FCK-Keeper, der den Ball noch gerade so klären konnte. Da die Braunschweiger nicht erfolgreich zum Abschluss kamen, zeigten ihnen die „Teufel“, wie es geht. Kalt erwischt wurde die Eintracht dabei eine Minute vorm Pausentee, als Löwe links Bohl überspielte und wunderschön auf Weiser flankte, der frei vorm Tor per Direktabnahme „Löwen“-Keeper Davari keine Chance ließ.

Unverändert betraten beide Teams zur zweiten Hälfte den Rasen – und die hochmotivierten Braunschweiger sorgten zur Freude der Zuschauer postwendend für den Ausgleich durch ein sehr schönes Kopfballtor von Bicakcic. Diesem eigentlich regulären Tor verweigerte das Schiedsrichtergespann allerdings seine Anerkennung, da Referee Fritz eine Abseitsposition gesehen haben wollte (48. Minute). Mit Macht berannten die Blau-Gelben nun weiterhin das Tor der Gäste, kamen aber erst einmal nicht zu einer vielversprechende Schusssituation. Um den Druck zu erhöhen, wurde bei Braunschweig der Sturm-Joker Ademi eingewechselt, der sich gleich durch Übersicht und überraschende Ideen auszeichnete. Allerdings konnten die Pfälzer durch geschickte defensive Raumaufteilung ganz große Gefahrenmomente verhindern. Doch „Löwen“-Spiellenker Vrancic fand schließlich in der 78. Minute mit einem genialen Pass die Lücke in Lauterns Abwehrverbund, als er Bohl rechts im Strafraum fand. Der rechte Außenverteidiger, schon vorher durch Offensivdrang aufgefallen, schob den Ball schön in die Mitte, wo Torjäger Kumbela freistehend das Leder direkt ins Tor zum mehr als verdienten Ausgleich hämmerte. Er traf dabei die Unterkante der Latte, von der der Ball unhaltbar für Torwart Sippel ins Netz sprang.

Jede Mannschaft hatte danach noch eine Großchance, um das Spiel in der Schlussphase für sich zu entscheiden. Allerdings vergab für Braunschweig Vrancic eine Riesenmöglichkeit, dessen Schuss unerreichbar für Sippel nur knapp am rechten Pfosten vorbeistrich (82. Minute). Auf der Gegenseite parierte Eintracht-Schlussmann Davari mit schöner Parade ein Geschoss von Hoffer. Der Stürmer war von Coach Foda kurz zuvor eingewechselt worden. So blieb es in diesem interessanten Spiel beim Remis, das die Braunschweiger Aufstiegsträume weiterhin beflügelt. Die Pfälzer müssen dagegen jetzt sogar um den dritten Tabellenrang zittern, der die Teilnahme an der Aufstiegs-Relegation bedeuten würde. Immer mehr Verfolger haben mittlerweile den FCK schon fast eingeholt, der eigentlich aus der Okerstadt als Sofortmaßnahme drei Punkte entführen wollte. Aufstellung Eintracht Braunschweig: Davari - Bohl, Bicakcic, Dogan, Reichel (10. Min.Pfitzner) – Theuerkauf, Vrancic – Petersch, Boland (55. Min. Ademi) – Kumbela Aufstellung 1. FC Kaiserslautern: Sippel – Dick, Simunek, Torrejon, Löwe - Borysiuk, Karl Weiser (89. Min. Riedel), Fortunis (82. Min. Drazan) – Bunjaku (75. Min. Hoffer), Idrissou