Hertha holt Bundesligaerfahrung - Rest hält still
München (dpa) - 23.07.2012, 12:37 Uhr
Trainer Jos Luhukay will mit Hertha BSC den sofortigen Wiederaufstieg schaffen. Foto: Sören Stache
Von der Papierform her steht Hertha BSC schon vor dem Auftakt der 2. Fußball-Bundesliga ganz oben. Drei neue Stürmer verpflichtete der Berliner Absteiger aus dem Oberhaus trotz klammer Kassenlage jüngst, darunter mit dem bisherigen Mainzer Sami Allagui und Sandro Wagner (Werder Bremen) zwei bekannte Namen. Aus Gelsenkirchen kam Peer Kluge, aus Augsburg Marcel Ndjeng - die Hertha scheint gerüstet für den Saisonauftakt in zwei Wochen. «Nun haben wir die Qualität, die wir brauchen, um aufzusteigen», betont Trainer Jos Luhukay. Derart forsch tritt derzeit kaum ein anderer Club auf - nicht ohne Grund. Während die Hertha schon jetzt insgesamt geschätzt über zwei Millionen Euro an Ablöse in neue Spieler investiert hat, halten sich die anderen Liga-Größen zurück. Vor allem der 1. FC Köln hat nach dem völlig unerwarteten Abstieg finanziell mehr zu kämpfen als die Konkurrenz.
Die Rheinländer stünden «vor einer schwierigen wirtschaftlichen Situation», gestand Präsident Werner Spinner jetzt ein. Der Gedanke an neue teure Kicker liegt da momentan fern, erstmal müssen einige Altlasten weg: Für aussortierte Topverdiener wie Geromel, Milivoje Novakovic oder Michael Rensing suchen die Kölner händeringend Abnehmer, in der 2. Liga ist das Trio kaum zu finanzieren. «Wir können mit der Lage nicht zufrieden sein. Die Gründe dafür liegen natürlich bei den wirtschaftlichen Einbußen durch den Abstieg, aber auch in den finanziellen Lasten der Vergangenheit», erklärte Spinner. Zu Gesichtern des Neuanfangs könnten die ablösefrei verpflichteten Matthias Lehmann (Eintracht Frankfurt), Dominic Maroh (Nürnberg) und Thomas Bröker (Fortuna Düsseldorf) werden. |