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Fünf Spiele Sperre für Hertha-Profi Lell

Berlin (dpa) - 06.06.2012, 16:03 Uhr

Christian Lell wurde für fünf Pflichtspiele gesperrt. Foto: Thomas Eisenhuth
Christian Lell wurde für fünf Pflichtspiele gesperrt. Foto: Thomas Eisenhuth

Christian Lell von Hertha BSC ist vom DFB-Sportgericht wegen krass sportwidrigen Verhaltens und Schiedsrichter-Beleidigung für fünf Spiele gesperrt worden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Berliner Verteidiger seinen Düsseldorfer Gegenspieler Assani Lukimya im chaotischen Relegations-Rückspiel angespuckt und Referee Wolfgang Stark im Anschluss an die Partie beleidigt hat. Der DFB-Kontrollausschuss hatte noch eine Sperre von sechs Spielen gegen den Herthaner gefordert.

Laut DFB-Mitteilung habe Lell die Vorwürfe nicht bestritten. Lells Anwalt Frank Rybak sagte der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage aber, die Aussage vor Gericht sei «kein explizites Geständnis». Vielmehr habe der 27-Jährige den Fall «aus verfahrensökonomischen Gründen» beenden wollen, um für die kommende Saison planen zu können.

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Kurios: In der am Mittwoch erschienenen Ausgabe der «Bild»-Zeitung hatte Lell noch bestritten, Lukimya angespuckt zu haben. Die Szene in der Nachspielzeit in Düsseldorf am 15. Mai soll mit einem Wortgefecht begonnen haben. «Seine netten Worte habe ich irgendwann mit ebenso netten Worten beantwortet, was er wohl nicht vertragen hat», meinte Lell. «Ich habe Lukimya aber definitiv nicht bespuckt! Obwohl er auf dem Platz so getan hat.»

Auch die Behauptung, er habe sich noch an besagtem Abend bei der Dopingprobe bei Lukimya entschuldigt, wies Lell zurück. «Da liefen wir uns wieder über den Weg, haben beide geschmunzelt und gesagt: "Ok, vergessen und verziehen." Dass er das so einseitig als meine Entschuldigung verkauft, ist unverschämt. Eine Sauerei, wie Lukimya lügt!» Der bisherige Fortuna- und künftige Werder-Profi entgegnete: «Wenn man mich als Lügner darstellt, kann ich das nicht akzeptieren.»


Wegen der Vorkommnisse hatte der DFB-Einzelrichter bereits Lells Teamkollegen Lewan Kobiaschwili bis Jahresende, Thomas Kraft für vier Spiele und Kapitän André Mijatovic für drei Matches gesperrt.

Dass Lell in der Anfang August beginnenden Saison noch für Hertha spielt, gilt als eher unwahrscheinlich. Durch den anstehenden Abstieg in die 2. Liga hat der ehemalige Bayern-Profi keinen gültigen Vertrag mehr. Als einer der Top-Verdiener gehört er zu den Streichkandidaten bei den Berlinern, die mit einem deutlich geringeren Spieleretat auskommen müssen als noch in der abgelaufenen Erstliga-Spielzeit.

DFB-Mitteilung

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