Geachtet und geächtet: Fortuna-Stürmer Rösler tritt ab
Düsseldorf (dpa) - 15.05.2012, 10:27 Uhr
Düsseldorfs Stürmer Sascha Rösler polarisiert. Foto: Rolf Vennenbernd
Geachtet als Führungsspieler, geächtet als Provokateur der 2. Bundesliga: Fortuna Düsseldorfs Stürmer Sascha Rösler hat immer polarisiert. Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh nannte ihn «eine Schande für den deutschen Fußball», weil Rösler ihn beim 1:1 Mitte Februar arg provoziert und seinem Böse-Buben-Image alle Ehre gemacht hatte. Auch Gegenspieler und Schiedsrichter, denen er einige Elfmeter abtrotzte, gerieten mit dem nicht zimperlichen Querkopf oft aneinander. «Kann schon sein, dass sich da einige auf entspanntere Spiele freuen», mutmaßte der 34-Jährige vor seinem letzten Auftritt beim Relegations-Rückspiel gegen Hertha BSC. Nur die Mitspieler würden ihn als besten Einzahler in die Mannschaftskasse vermissen. «Strafen bezahlen für Gelbe Karten wegen Meckerns: Da war ich der größte Sponsor», berichtete Rösler in einem «Kicker»-Interview. In 14 Jahren als Profifußballer sah er 69 Mal Gelb, dreimal Gelb-Rot und musste einmal mit Rot direkt vom Feld.
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Mit grenzwertiger Angriffslust hat der in Tettnang am Bodensee geborene Offensivmann seine Kollegen immer wieder auch mitgerissen. Im ersten Pflichtspiel der Saison, gegen den VfL Bochum, gelang ihm dies jedoch nicht mit Schimpftiraden oder verletzenden Gesten: Mit seinem zum «Tor des Monats» gekürten Bilderbuch-Fallrückzieher verursachte er die Initialzündung für eine erstaunliche Erfolgsserie der Düsseldorfer, die in der Herbstmeisterschaft und im Erreichen der Relegation gipfelte. Mit Aufstiegen kennt sich Rösler aus. Erstmals gelang ihm das mit dem SSV Ulm im Jahr 1999, danach mit Alemannia Aachen (2006), ein Jahr später mit Borussia Mönchengladbach. Die Bundesliga war für den Stürmer, der ein zu wenig an Talent mit umso mehr Ehrgeiz und Willenskraft kompensierte, zumeist eine Nummer zu groß: Er bestritt 60 Partien in Liga eins, traf aber nur fünfmal. |