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Braunschweig ist der beste Aufsteiger (von unserem Autor Juro)

14.05.2012, 17:06 Uhr

Die Eintracht aus Braunschweig hat das Toreschiessen doch noch nicht verlernt! Das Team landete im letzten Spiel der Saison einen hochverdienten 3:1-Heimsieg über den FC Ingolstadt und verpasste dabei sogar einen noch deutlicheren Erfolg. Als bester Aufsteiger feierten die Niedersachsen mit ihren Fans schließlich eine sorgenfreie Saison, in der durch die neuen Verantwortlichen im Verein Weichen für eine noch bessere Zukunft gestellt wurden. Die Donaustädter aus Ingolstadt hatten abschließend mit dem Abstieg aus der Liga nichts mehr zu tun und konnten es sich im letzten Spiel noch erlauben, in der Aufstellung schon für die nächste Saison zu experimentieren.

Bedingt durch den verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Kruppke und die die Gelb-Gesperrten Pfitzner und Boland musste aber auch Löwen-Coach Lieberknecht sein Team umstellen. Fetsch, Vrancic, Theuerkauf und die Zwillingsbrüder Korte rückten in die Startaufstellung. Zudem kehrte Stamm-Torwart Davari für Petkovic in die Mannschaft zurück. FC-Trainer Oral brachte nach dem "Endspiel" in Cottbus ein halbes neues Team. Matip, Akaichi, Leitl und Nemec blieben draußen. Quaner, Knasmüller, Heller, Haas und Gunesch standen dafür von Anfang an auf dem Platz.

So begannen die Schanzer erst einmal vorsichtig und defensiv und mussten sich von Beginn an auf eine sehr offensive Eintracht-Mannschaft einstellen, das den gegnerischen Strafraum bedrängte. Mit dem ersten beeindruckenden Angriffsschwung erzielten die Löwen in der vierten Minute bereits den Führungstreffer zum 1:0. Fetsch bereitete das Tor schön von links mit Rückpass von der Toraus-Linie vor. Vrancic erreichte das Leder nicht richtig – dafür kam Rechtsverteidiger Correia rechts im Strafraum an den Ball und ließ Torwart Özcan keinerlei Abwehrchance.

Auch in der Folgezeit spielten die Ingolstädter "nicht dicht genug am Mann". Besonders Raffael Korte auf dem rechten Eintracht-Flügel war kaum zu stoppen und "vernaschte" Schäfer, Haas und Knasmüller ein um das andere Mal. Auch sein Zwillingsbruder Gianluca auf der anderen Außenbahn und Kumbela und Fetsch wirbelten Ingolstadt in der eigenen Hälfte gehörig durcheinander. So entstand eine Braunschweiger Chance nach der anderen. Braunschweig konnte aber keine der vielen Gelegenheiten zum Ausbau der Führung nutzen. In der 16. Minute z.B. setzte sich R. Korte rechts wieder einmal durch. Die scharfe Hereingabe konnte FC-Keeper Özcan zweimal nacheinander vor und gegen Kumbela abwehren. Kortes schönen eigenen Schuss 3 Minuten später aus guter Position konnte der Torwart mit Flugeinlage abwehren. Ingolstadt selbst kam kaum vor das Eintracht-Tor, versuchte aber mehr und mehr, das Spiel besser in den Griff zu bekommen. Braunschweigs Angriffsschwung war aber zu keiner Zeit auszuschalten! U.a. hatte Linksverteidiger Ken Reichel in der 39. Minute einen großen Auftritt, als er sich im Zusammenspiel mit Gianluca Korte im Strafraum frei vor Özcan wiederfand. Der Torwart machte die Chance aber zunichte.

Fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff wurde es dann noch einmal richtig turbulent auf beiden Seiten! In der 41. Minute flankte Raffael Korte auf seinen Bruder Gianluca, dessen feinen Kopfball Schanzer-Keeper Özcan mit schöner Parade abwehren konnte. Auf der anderen Seite bekam die Eintracht-Abwehr immer mehr Probleme, die vor allem durch Sorglosigkeit und eigenes ungenaues Abspiel entstanden. Nachdem Linksverteidiger Reichel durch Fehlpass-Spiel eine brenzlige Situation vorm eigenen Keeper Davari heraufbeschworen (42.) hatte, fälschte Rechtsverteidiger Correia dann einen Ball so unglücklich in die Mitte des Strafraums ab, dass Ingolstadts Stürmer Knasmüller zum nicht unbedingt verdienten1:1-Ausgleich einschießen konnte.

Nach der Pause konnte Ingolstadt das nun etwas verhaltener geführte Spiel kurzfristig ausgeglichener gestalten, immer wieder angetrieben durch den umsichtig spielenden Kapitän Caiuby da Silva. Ikeng fiel im Braunschweiger Strafraum nach einem korrekt geführten Zweikampf mit Eintracht-Abwehrchef Dogan, den Schiedsrichter Kempter trotz Ingolstädter Proteste auch nicht ahndete. In der 55. Minute führte dann Braunschweig einen mustergültigen Konter über Vrancic durch. Der von ihm angespielte Fetsch bediente aus der Mitte den emsigen und trickreichen Raffael Korte auf rechts am Strafraum. Braunschweigs Nachwuchstalent fackelte nicht lange und zog den Ball auf das Schanzer-Tor, wo der Ball rechts im Winkel zur 2:1-Führung einschlug. Nun konnte Ingolstadt dem Eintracht-Spiel kaum mehr etwas entgegensetzen. Immer wieder über rechts wurden blau-gelbe Offensivkräfte geschickt in Szene gesetzt. So flankte R. Korte vier Minuten nach seinem Torerfolg von rechts auf Fetsch, der in seinem letzten Spiel für die Eintracht mit einem Kopfball knapp scheiterte. Torschütze Korte bediente in der 70. Minute danach Eintracht-Spielmacher Vrancic, der knapp am Tor vorbeizog. Spektakulär war Kumbelas Kopfball-Lattentreffer in der 72. Minute, den ebenfalls Raffael Korte vorbereitet hatte. Braunschweigs Torjäger Kumbela, der an diesem Tag durch viel Laufarbeit geglänzt hatte, wurde kurz darauf entkräftet vom Platz genommen. Seinen Nachfolger Merkel bediente in der Schlussminute dann Gianluca Korte so mustergültig, dass dieser mit dem Kopf den endgültigen Siegtreffer erzielen konnte. Mit dem 3:1-Erfolg zog die Eintracht schliesslich in der Tabelle wieder an Dynamo Dresden auf Platz 8 vorbei und konnte nach dem ansonsten unbedeutenden Spiel den Titel "bester Aufsteiger der Saison 2011/12" feiern.

Nicht nur in der abschließenden Pressekonferenz gab es in Braunschweig "Schulterklopfen" von allen Seiten für die Leistung von sportlichen Verantwortlichen und Team in der abgelaufenen ersten Zweitliga-Saison. Präsident Ebel und seine Mitstreiter, die den Verein finanziell und sportlich wieder auf die Beine gebracht haben, möchte den eingeschlagenen Weg unbeirrt dürch "Störfeuer von aussen" weitergehen. Nicht hochtrabende Erstliga-Phantasien sind hier das Ziel, sondern weiterhin eine gesunde langfristige Etablierung in der zweiten Liga. Grosses Lob gab es auch von Gästetrainer Oral, der das neue Eintracht-Konzept sogar als "vorbildlich" bezeichnete. Eintracht-Coach Lieberknecht schickt abschliessend seine Kicker noch nicht in den wohlverdienten Urlaub, sondern lässt als Dank an die Fans und vielen Supporter noch einige Freundschaftsspiele in der Braunschweiger Region austragen.

Bereits vor dem Spiel verabschiedete Eintracht die scheidenden Spieler Reinhardt, Unger und Fetsch. Über Neuzugänge in Ingolstadt oder Braunschweig wurde bisher noch nichts offiziell bekanntgegeben. Laut Trainer Lieberknecht weiss man in der Löwenstadt aber mittlerweile nach penibler Recherchearbeit, wen von einer ausführlichen eigenen Neuzugangsliste man NICHT mehr haben wolle.

Aufstellung Eintracht Braunschweig: Davari – Correia, Bicakic, Dogan, Reichel – Vrancic, Theuerkauf – Raffael Korte (78. Fuchs), Fetsch (86. Unger), Gianluca Korte – Kumbela (73. Merkel) Aufstellung Ingolstadt: Özcan – Görlitz (84. Keidel), Hornschuh, Gunesch, Schäfer – Haas, Ikeng – Heller (46. Schäffler), Caiuby da Silva, Knasmüller – Quaner (62. Nemec)


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