Die ausgeschriebenen Rechte sind in die Bereiche Broadcast (Fernsehen), Netcast I (IP-TV) und Netcast II (Internet, I-Phone etc.) unterteilt. Vor allem die Vergabe der Highlightberichterstattung wird mit Spannung erwartet, denn ein Zuschlag für einen Internetanbieter würde das Ende der altehrwürdigen ARD-Sportschau am Samstagabend bedeuten. «Die Zahl der Fans, die eine sogenannte Internet-Sportschau schon heute nutzen würde, ist erheblich. Für das Jahr 2016 geht man davon aus, dass 50 Prozent der Fernsehgeräte in den deutschen Haushalten über einen Internetanschluss verfügen. Wir sind fest davon überzeugt, dass dies ein denkbares Szenario ist», sagte Seifert. Dies bedeute jedoch nicht, dass die DFL dieses Szenario favorisiere. «Ich halte die Sportschau für ein hervorragendes Produkt. Ich würde mir wünschen, dass man nicht von gesellschaftlicher Ausgrenzung spricht, wenn es um neue Medien geht, sondern dass sich ein öffentlich-rechtlicher Sender in den Wettbewerb mit privatwirtschaftlichen Unternehmen begibt», meinte Seifert. Die ARD, die pro Saison rund 100 Millionen Euro für die Bundesligarechte zahlt, muss sich auf einen harten Wettbewerb einstellen. Ähnliches gilt auch für den Poker um die bisher von Sky gehaltenen Live-Rechte, die in die Pakete Gold, Silber und Bronze unterteilt sind. Herausforderer Telekom musste im Vorfeld allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen. Die zuständige Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) äußerte Zweifel an der Legalität des Telekom-Angebots Liga Total, sollte der Bonner Konzern wie geplant auch die Bundesliga-Rechte für klassisches Bezahlfernsehen über Satellit und Kabel erwerben. «Wenn sich das Volumen der Sportrechte vervielfacht, macht das eine Neubewertung nötig», sagte der ZAK-Vorsitzende Thomas Fuchs der «Financial Times Deutschland». Bisher haben insgesamt 45 Unternehmen ihr Interesse am Erwerb der Rechte bekundet. Seifert rechnet jedoch damit, dass letztlich nur rund 20 davon bis zum 15. Februar die Zulassung beantragen werden. Über diese entscheidet dann der Ligavorstand. Am 2. April endet die Frist für die erste Bieterrunde, noch vor dem Saisonende werden alle Rechte vergeben sein.
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