In den folgenden Jahren entwickelte sich das Singen zu einer Großveranstaltung. Die Sängerzahlen verdoppelten sich jährlich auf 1000 (2005), 2000 (2006) und 4000 (2007) und ließen die Alte Försterei in ungewöhnlichem Lichterglanz erstrahlen. Nur 2008 blieben die Sänger vor Weihnachten der damaligen Baustelle an der Alten Försterei fern und trafen sich im Luisenhain vor dem Köpenicker Rathaus - trotzdem kamen 4000 Menschen. Im Jahr der Einweihung des von den Fans sanierten Stadions kamen sogar 8000 Neugierige, um die Songs zu schmettern. Im Vorjahr wurden zunächst 10 000 Sänger angegeben. «Doch diese Zahl mussten wir nach der Video-Analyse sogar auf 12 000 korrigieren», berichtete Eisenbeiser. Obwohl seine «Alt-Unioner» jede Kommerzialisierung im Fußball ablehnen, steigen mit dem Ansturm auch die Kosten. Inzwischen wird ein fünfstelliger Etat benötigt, den der Verein aber nicht allein stemmen muss. Die Berliner Stadtreinigung ist seit einigen Jahren Sponsor und gibt auch das Liederheft heraus. «Auch Kerzen und kleine Geschenke für die Kinder können so umsonst verteilt werden», sagte Eisenbeiser. Erstmals werden wegen des erwarteten Ansturms alle vier Tribünen des Stadions offen stehen. Um trotzdem überall beste Sicht zu ermöglichen, ist erstmals auch eine zweite Video-Leinwand aufgebaut. «Damit man den Sängern in die strahlenden Gesichter schauen kann», wie der Chef-Organisator betont. Nachdem der noch bis zum 31. Dezember laufende Aktienverkauf zum Erhalt das Stadionnamens sogar international für Schlagzeilen sorgte und die Aktie selbst im «Wall Street Journal» Beachtung fand, hat auch das Kultsingen des Köpenicker Vereins außerhalb der Ländergrenzen für Resonanz gesorgt. Besucher kamen aus Österreich, der Schweiz und im Vorfeld dieser Veranstaltung schaute erstmals sogar ein schwedischer Reporter vorbei und recherchierte eine Story.
Fanclub Alt-Unioner/Weihnachtssingen
 |